- Das Foto zeigt die neuen Bewohner im Tierpark Chemnitz. Drei (aufgemerkt!!!!) Nackt-Gesichts-Hokkos und ein Pärchen (nochmal aufgemerkt!!!) Gelbbürzel-Kassiken.
Zwei Vögel und die Sache mit den komischen Namen
Der eine glotzt mit vogelfederfreien Augenhöhlen, der anderen wippt mit dem gelben Bürzel. Das Foto zeigt die neuen Bewohner im Tierpark Chemnitz. Drei (aufgemerkt!!!!) Nackt-Gesichts-Hokkos und ein Pärchen (nochmal aufgemerkt!!!) Gelbbürzel-Kassiken.
Hokkos und Kassiken! Klingt wie ein Fluch in einer erzgebirgischen Kneipe. Aber sind wir doch mal ehrlich, das ist doch kein Name für solch prächtige Vögelchen.
Die Schuld der Taxonomen
Da fragt man sich, ob die Taxonomen eine Meise haben? Taxonomen sind die, die den Tierchen ihre Namen geben. Wie bitte schön kommt man aber auf Nackt-Gesichts-Hokkos oder Gelb-Bürzel-Kassiken…? Man könnte auch die Orange-Augen-Frösche, die himmelblauen Zwergtaggeckos, die Schwimmwühlen hinterfragen.
Entweder stand der Namensgeber ganz vorn in der Reihe, als der liebe Gott beim Verteilen der Phantasie noch mit der großen Kelle und nicht mit dem Espresso-Löffel agierte. Oder aber, sie haben später zu Mittelchen gegriffen, die den Geist von normal-dröge zur über-kreativ schalten.
Wie auch immer. Die Kassiken und Hokkos sind jetzt in Chemnitz - und glänzen mit ihren Eigenarten.
So sind die Hokkos ganz besondere Schreihälse! Eine Besonderheit dieser Vögel ist ihre vergrößerte Luftröhre, die sehr laute Rufe ermöglicht. Gar nicht so riesig die Tierchen (rund 75 Zentimeter) - und eine Stimme wie Donnerhall. Da werden sich die Orange-Augen-Frösche die Ohren zuhalten. Die himmelblauen Zwergtaggecko werden ganz bleich und der Mongolische Manul wird mit den Augen rollen.
Das Geheimnis großer Stimmen?
Erklärt dieses anatomische Phänomen, dass einige Riesen-Stars riesige Stimmen in ihren Körperchen? Lady Gaga (1,55 m), Helene Fischer (1,58 m), Prince (1,58 m) oder Shakira (1,57 m). Alle von außen klein, aber luftröhren-längentechnisch Giganten? Eine Röntgen-Aufnahme hülfe...
Hokkos Heimat weitgehend zerstört
Die Nackt-Gesichts-Hokkos kümmert das nicht. Die Tiere stammen aus unterschiedlichen Haltungen – ein Tier wurde vom Tierpark Hexentanzplatz übernommen, zwei weitere stammen von einem privaten Züchter. Eigentlich sind sie in Laub- und Regenwäldern des südamerikanischen Tieflandes beheimatet.In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gilt die Art als gefährdet. Hauptursachen dafür sind die Zerstörung der Lebensräume und die Bejagung.
Der Wespen-Trick der Bürzler
In Südamerika - wie jetzt in Chemnitz - leben die lautrufenden Hokkos neben den schönsingenden Gelbbürzelkassiken. Die sehen nicht nur schick aus, sondern sind auch ganz schöne Trickser. Ihre Nester bauen sie zum Beispiel wespennestähnlich aussehend in die Nähe von Wespennestern, so dass die Bürzler-Küken vor Fressfeinden weitgehend geschützt sind. Das sind Kapuziner- und Totenkopf-Äffchen, aber auch der Schwarzkarakara und der Schriftarassari.
Schwarzkarakras und Schriftsarassaris… Die haben 'ne Meise, die Taxonomen.
