- Im Tierpark Chemnitz gibt es Nachwuchs bei den Erzgebirgsziegen: Eine seltene Drillingsgeburt zeigt, warum auch alte heimische Nutztierrassen ihren großen Auftritt verdienen.
Tierpark Chemnitz, Erzgebirgsziegen und der große Goethe
Orangeaugen-Frösche, Anatolische Kamm-Molche, Himmelblaue Zwerggeckos. Allein die Namen sorgen bei den Besuchern schon für offene Münder. Dazu kommen Korsaken, Mongolische Manule und Grüne Buntfrösche.
Auch Flamingos, Klippschliefer und Bärenmakaken sind da. Gar nicht von den Tüpfelhyänen zu sprechen… Ein Potpourri der Exoten. Ein Spaziergang durch den Tierpark Chemnitz ist wie eine Reise um die Welt in zwei Stunden.
Und dann stehen da die Erzgebirgsziegen
Wie sollen da die Erzgebigsziegen egen so viel große weite Welt anstinken? Mit ihrem Aussehen? Naja. Braun sind sie halt. Wie Ziegen eben. Aber wenn sich Erzgebirger in der großen Stadt gegen den Rest der Welt durchsetzen müssen, dann hilft manchmal nur eins: ein Dreierpack.
Genau den hat es im Tierpark Chemnitz jetzt gegeben. Eine Drillingsgeburt bei den Erzgebirgsziegen. Das ist etwas Besonderes, denn normalerweise bringen die Tiere ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Entsprechend groß waren am Anfang auch die Sorgen der Tierpfleger, ob alle drei kräftig genug sein würden. Inzwischen aber entwickeln sich die Drillinge prächtig, haben auch noch zwei Cousin, die ebenfalls vor ein paar Tagen geboren wurden.
Goethe hätte genickt
Und überhaupt: Was soll eigentlich dieser dauernde Blick in alle Welt? Die Erzgebirgsziegen haben einen intellektuell übermächtigen Fürsprecher an ihrer Seite. Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe sprach sinngemäß: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Wie könnte man ihm, wie könnte man Goethe da widersprechen?
Alte Rassen, neues Bewusstsein
In Chemnitz macht man es nicht. Wie in vielen Tierparks hat sich auch hier in den vergangenen Jahren der Blick auf Haustierarten verändert. Heute werden verstärkt alte und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen gezeigt. Sie gelten als wichtiges Kulturgut. Der Tierpark Chemnitz hat sich dabei auf sächsische Haustierrassen spezialisiert. Dazu gehört auch die Erzgebirgsziege.
Seit 2018 wird die charakteristische Rasse im Tierpark gehalten. Mehrfach konnte sie dort schon erfolgreich nachgezüchtet werden. Und jetzt eben gleich dreifach.
Heimat muss nicht himmelblau sein
Manchmal muss eine tierische Attraktion gar nicht bunt schillern, himmelblau leuchten oder exotisch klingen. Manchmal meckert sie einfach. Und ganz ehrlich- wer will denn schon einen himmelblauen Zwerggecko streicheln...
