- Die Drei vom Fuchsbau. Die Korsak-Welpen erkunden gerade ihr Gehege im Tierpark Chemnitz.
- Die Drei vom Fuchsbau. Die Korsak-Welpen erkunden gerade ihr Gehege im Tierpark Chemnitz.
Drei kleine Korsaken und ein großes Aufatmen im Tierpark
Sie werden sich die Schnauzen lecken. Sie werden die Nasen in den Chemnitzer Tierparkwind halten. Und wenn ihnen danach ist, werden sie vielleicht auch den Mond anheulen. Nicht laut. Nicht bedrohlich. Eher so, wie sehr kleine Füchse eben heulen, wenn sie noch üben.
Mehr Plüsch als Prärie
Im Chemnitzer Tierpark sind am 1. April drei junge Korsak-Welpen zur Welt gekommen. Drei kleine, tappsige Raubeine. Noch mehr Plüsch als Prärie. Noch mehr Staunen als Jagdtrieb.
Dabei sind Korsaken (nur ein winiziges „r“ trennt sie von den Kosaken, den wilden asiatischen Steppenkriegern) eigentlich keine Stofftiere mit Öhrchen. Sie gehören zu den Echten Füchsen, leben in der freien Wildbahn zwischen Wolga und Tibet und wissen dort durchaus, was auf eine ordentliche Fuchsspeisekarte gehört. Insekten zum Beispiel. Kleine Säugetiere. Alles, was kreucht, fleucht oder im falschen Moment zu langsam guckt.
Leises Bangen bei Frosch, Molch und Gecko
Man könnte also kurz nervös werden im Tierpark. Denn dort gibt es ja genug wunderbare Winzlinge. Gerade erst sind die Orangeaugen-Frösche eingezogen. Sie haben vermutlich viel zu quaken und wenig Interesse daran, auf einem Korsak-Menü zu landen. Auch Anatoli, der Anatolische Kamm-Molch, dürfte gegen solche gastronomischen Ideen gewisse Einwände haben. Von Williamsi, dem Himmelblauen Zwerggecko, ganz zu schweigen. Und selbst die Tigervogelspinne, dieses achtbeinige Biest mit Bühnenpräsenz, wäre vor einem spitzzähnigen Maul wohl nur bedingt begeistert.
Aufatmen am Pelzmühlenteich
Doch ein Aufatmen geht durch den Tierpark. Ein schweres, pelzmühlenteichtiefes Seufzen. Denn die drei neuen Korsaken sind vorerst keine Schrecken der Steppe. Sie sind streichelzart. Plüschigsüß. Kleine Pfoten auf großer Welterkundung. Inzwischen sind die Welpen gut einen Monat alt. Besucher können sie nun bei ihren ersten Ausflügen beobachten. Mal vorsichtig, mal neugierig, mal so, als hätten sie gerade selbst vergessen, wozu diese vier Beine eigentlich alle gleichzeitig gut sein sollen.
Erst Diva, dann Nachwuchs
Gewartet hatte das Stammpublikum am Pelzmühlenteich auf diesen Nachwuchs schon eine ganze Weile. Der Vater kam bereits 2020 aus dem Tierpark Gera nach Chemnitz. Geboren wurde der Korsak-Rüde am 3. März. Im August zog dann die künftige Korsak-Mutter aus Gotha ein. Anfangs sah es allerdings nicht nach großer Fuchsliebe aus. Sie spielte die Schöne, die Unnahbare, die Dame mit Abstand. Er war da. Sie auch. Mehr aber zunächst nicht. Man kann es höflich zueinanderfinden nennen. Oder etwas weniger höflich: Sie kanzelte ihn ab.
Drei Schnauzen im Wind
Doch die Natur, dieses alte, ziemlich hartnäckige Ding, hatte offenbar Geduld. Und am Ende auch den längeren Atem. Nun ist der erste Nachwuchs da. Drei kleine Korsaken also. Drei Schnauzen im Wind. Drei Gründe mehr, im Tierpark ein bisschen langsamer zu gehen. Und vielleicht hört man sie ja irgendwann wirklich: ein winziges Heulen Richtung Mond. Noch nicht sehr wild. Aber sehr entschlossen.

