Minister: "Enormer Druck" durch steigende Flüchtlingszahlen

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Der Zustrom von Flüchtlingen hat in Sachsen enorm zugenommen. Innenminister Armin Schuster sieht den Freistaat bald an der Kapazitätsgrenze.

Allein im August kamen etwa 2.000 Asylbewerber, vor allem aus Syrien, Afghanistan und der Türkei. Flüchtlinge aus der Ukraine seien nicht mitgerechnet, so der Innenminister.

Schuster sprach von einem „enormen Druck“. Die Erstaufnahmeeinrichtungen seien bald zu 80 Prozent belegt und befänden sich damit im „absoluten Warnbereich“.

Auch die Weiterverteilung auf die Kommunen werde zusehends schwieriger. Es müsse Wohnraum bereits gestellt werden, zudem Integrations- und Deutschkurse.

„Eine Herausforderung, die auf uns zukommt.“ Das bundesweite Verteilsystem, wonach Flüchtlinge nach einem festen Schlüssel auf die Länder verteilt werden, sei nicht mehr funktionsfähig, sagte Schuster. Zwölf Bundesländer hätten sich mittlerweile aus dem Verteilsystem abgemeldet - darunter auch Sachsen.

Dennoch gebe es im Freistaat weiter steigende Flüchtlingszahlen durch die Grenzlage. Der Innenminister forderte die Bundesregierung auf, mit Tschechien und Polen darüber zu sprechen, ob die Sicherung der Außengrenze funktioniere. (mit dpa)