ASR streicht 30.000 Euro für Frühjahrs-Putz in Chemnitz
Der Chemnitzer Frühjahrsputz 2025 verlief anders als gewohnt. Zum ersten Mal seit Jahren fehlte die Unterstützung des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebs (ASR). Kein Material, keine Geräte, keine Müllabholung – aus Kostengründen zog sich der ASR aus der Aktion zurück. Das sorgt für Kritik. Die BSW-Fraktion zeigt sich alarmiert und fordert Konsequenzen.
Kein Material, keine Müllabholung
Bis 2024 war der ASR ein verlässlicher Partner. Er stellte Handschuhe, Müllsäcke, Greifzangen und Besen bereit. Nach den Einsätzen kümmerte sich der Betrieb um die fachgerechte Müllentsorgung. Zwischen 25.000 und 30.000 Euro kostete die Unterstützung pro Jahr. Doch dieses Budget wurde nun gestrichen. Die Stadtteilakteure standen plötzlich allein da.
Frühjahrsputz trotzdem mit viel Einsatz
Trotz der neuen Hürden ließen sich die Chemnitzer nicht entmutigen. Viele Freiwillige rückten wieder in ihren Stadtteilen aus. Schulen, Kitas, Familien – sie alle beteiligten sich am jährlichen Großreinemachen. Möglich war das nur dank Spenden und Fördergeldern der Bürgerplattformen. Doch wie lange lässt sich das durchhalten?
BSW: „Ehrenamt darf nicht alleine gelassen werden“
Die BSW-Fraktion zeigt sich mit dem Vorgehen der Stadt unzufrieden. Fraktionsvorsitzende Jeannette Wilfer kritisiert das abrupte Ende der ASR-Unterstützung deutlich: „Es kann nicht sein, dass ein langjährig etabliertes Bürgerengagement plötzlich an fehlenden Mitteln scheitert. Ehrenamtliche dürfen nicht allein gelassen werden – die Stadt muss hier Verantwortung übernehmen.“
Die Fraktion will von der Stadtverwaltung wissen, wie das bürgerschaftliche Engagement künftig gesichert werden soll. Für Wilfer ist klar: „Wenn selbst etablierte Aktionen wie der Frühjahrsputz wegbrechen, ist das ein fatales Signal für alle, die sich freiwillig für unsere Stadt einsetzen.“
Stadtverwaltung soll Stellung nehmen
Die BSW-Fraktion hat angekündigt, die Verwaltungsspitze um eine Stellungnahme zu bitten. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die Finanzierung solcher Bürgeraktionen künftig geplant und verlässlich aufgestellt werden kann – mit oder ohne ASR-Beteiligung.