1,36 Millionen Euro Schaden! Darum gab es die Razzia
Jetzt wird klar, warum Polizisten, Zollbeamte und Steuerfahnder am Dienstagmorgen Häuser in den Chemnitzer Stadtteilen Ebersdorf und Harthau im Einsatz waren.
Großfamilie im Visier der Ermittler
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine in Ebersdorf ansässige Großfamilie, bei der es bereits im Mai letzten Jahres Razzien gab. Zwei Frauen (25 und 46 Jahre) sowie drei Männer (20, 27 und 49 Jahre) sollen über einen längeren Zeitraum ältere Menschen um hohe Geldsummen gebracht und sich so auch der Steuerhinterziehung strafbar gemacht haben.
Kontobewegungen als erste Spur
Der Verdacht wurde durch auffällige Geldbewegungen auf den Konten der Hauptverdächtigen ausgelöst. Daraufhin eingeleitete Ermittlungen führten zu weiteren Verdächtigen aus dem familiären Umfeld.
Betrug mit Garten- und Reinigungsarbeiten
Laut den Ermittlern betrieben die Verdächtigen Firmen im Bereich Garten- und Landschaftsbau sowie Reinigungsarbeiten. Anzeigen und Werbeflyer richteten sich gezielt an ältere Menschen. Die angebotenen Dienstleistungen wurden entweder nicht oder nur unzureichend erbracht – oft zu weit überhöhten Preisen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 1,36 Millionen Euro. Insgesamt sind 147 Betroffene bekannt.
Zusätzlicher Verdacht des Sozialbetrugs
Neben den mutmaßlichen Betrugshandlungen stehen die Beschuldigten im Verdacht, zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von etwa 40.000 Euro bezogen zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Chemnitz und des Landeskriminalamts Sachsen sind noch nicht abgeschlossen.