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Zwischen Gipfeln und Geschichte – 130 Jahre Chemnitzer Hütte

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Was bringt zwei Bürgermeister dazu, sich die Wanderschuhe zu schnüren und mehrere Stunden durch alpines Gelände zu stapfen? Die Antwort liegt auf 2.419 Metern: Die Chemnitzer Hütte feierte am Wochenende ihr 130-jähriges Bestehen – und das wollten sich Knut Kunze und Michael Stötzer nicht entgehen lassen. Seit 1895 trotzt das Haus Wind und Wetter, schmiegt sich ans Nevesjoch in den südlichen Zillertaler Alpen und trägt dabei einen Namen, der fast 700 Kilometer entfernt zu Hause ist: Chemnitz.

Ein Weihnachtsengel im Rucksack

Die beiden Bürgermeister machten sich vom Neves-Stausee auf den Weg – nicht mit dem Dienstwagen, sondern auf Schusters Rappen. Oben angekommen, überreichten sie dem Hüttenwirt Roland Gruber zwei besondere Geschenke: eine Miniatur des Karl-Marx-Monuments und einen Weihnachtsengel mit Zahnrad, der für das Kulturhauptstadtjahr gestaltet wurde.

Gipfelstürmer mit Eintrag

Später ging es noch höher hinaus: Gemeinsam mit den Alpenvereinssektionen aus Südtirol und Chemnitz wanderten die Gäste zum Schaflahnernock auf 2.703 Metern. Dort wurde ein neues Gipfelbuch eingeweiht – mit weitem Blick und dem ersten Eintrag der beiden Chemnitzer Bürgermeister.

Was verbindet mehr als Berge?

Knut Kunze erinnerte sich an seine Jugend:
„Ich hatte das große Glück, als Jugendlicher viele Jahre in die Sächsische Schweiz zum Klettern mitgenommen zu werden. Neben der Naturverbundenheit einte viele sächsische Bergsteigerinnen und Bergsteiger damals auch der starke Wunsch, die fernen großen Berge, wie eben die Alpen, kennenzulernen.“

Michael Stötzer lobte den langjährigen Austausch mit der Wirtsfamilie Gruber:
„Es ist bemerkenswert, wie eng und herzlich der Austausch zwischen den Sektionen des Deutschen Alpenvereins, dem Alpenverein Südtirol und der Wirtsfamilie Gruber seit Jahren gepflegt wird. Es ist gut zu sehen, wie gemeinsame sportliche Interessen über die Grenzen von Chemnitz, Sachsen und Deutschland hinaus verbinden – ein lebendiges Beispiel für Chemnitz 2025.“

Ein Stück Chemnitz im Hochgebirge

Die Chemnitzer Hütte wurde 1895 eingeweiht – und steht noch immer. Standhaft, stolz und verwurzelt. Wer jetzt Lust bekommt, selbst einmal dort oben zu stehen, dem sei gesagt: Die Aussicht lohnt sich. Und vielleicht weht dann auch für Sie ein kleines Stück Heimat durch die Höhenluft.