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Dresdner Zwinger bleibt noch Monate Baustelle

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Der Innenhof des Zwingers, durch den jährlich sonst 1 Million Besucher bummeln, gleicht einer Krater-Landschaft. Auch diesen Sommer müssen die Touristen über Metallgerüste klettern, aus denen Laufwege gezimmert wurden. Vom Flair des einstigen Lustgartens August des Starken nebst Orangenbäumchen ist nichts zu sehen...

Das dauert noch bis nächsten Sommer, wenn die Zwinger-Sanierung nach vier Jahren abgeschlossen sein soll.  „Wir hatten mit einer kürzeren Bauzeit gerechnet“, erklärt Joachim Thäle vom Staatsbetrieb Sächsisches Baumanagement. Doch die Grabungen auf insgesamt 14.000 Quadratmetern Fläche und bis zu 3,50 Meter Tiefe dauerten länger als geplant. Archäologen fanden Hinweise zur Gestaltung der Gartenanlagen im 16. bis 18. Jahrhundert sowie Spuren vorstädtischer Bebauung des 15. Jahrhunderts, die alle detailliert dokumentiert wurden.

Durch den Bauverzug und Preissteigerungen schossen die Gesamtsanierungskosten für den Zwinger-hof von 10 auf mittlerweile 15 Millionen Euro in die Höhe.

Denkmalschützer bestanden darauf, bei der Sanierung dem Zwinger-Original von 1920 so nah wie möglich zu kommen. Deswegen bekommt der Innenhof die rötlich-braune Wegedecke von damals zurück. Die Hauptwege zwischen den Toren sind aus rötlichem Asphalt, die Seitenwege aus einer verdichteten Packlage. Dieser Belag soll weniger stauben als die rote Asche, die lange dort lag und als feinste Körnchen bis in die wertvolle Porzellansammlung vordrang.

„Zudem haben wir Leitungen im Untergrund neu verlegt. Die beiden Brunnenbecken werden neu aufgebaut, bekommen einen eigenen unterirdischen Technikraum und der Zwinger wird erstmals auch von innen angestrahlt“, so Thäle weiter. Im Sommer 2025 kehren auch die beliebten Orangenbäume in ihren Pflanzkübeln zurück, die derzeit im Barockgarten Großsedlitz gehegt und gepflegt werden.

 

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