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Totalschaden: Carolabrücke muss komplett weg!

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Die teilweise eingestürzte Carolabrücke in Dresden muss komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das ist die Schlussfolgerung eines Gutachtens, das der Brückenexperte Steffen Marx am Mittwoch im Bauausschuss der Öffentlichkeit präsentiert.

Man habe sehr um diese Entscheidung gerungen, die Materialschäden an den anderen beiden Brückenzügen A und B seien aber weiterhin fortschreitend und das Risiko auch im sanierten Zustand zu groß.

In der öffentlichen Sitzung will der Brücken-Experte am Mittwoch sein Zwischenergebnis der Ursachenforschung vorstellen und auch über das weitere Vorgehen bei der Carolabrücke sprechen.

Die Sitzung ist öffentlich und wird auch im Livestream übertragen. 

Mehr Informationen dazu in unserem Artikel „Drei Monate danach: Wie weiter mit der Carolabrücke?“.

So reagieren die Stadträte

Der Wiederaufbau der Carolabrücke könnte durch eine Stadtanleihe mitfinanziert werden. Diesen Vorschlag macht die Ratsfraktion der Linken und verweist auf die Sicherheit dieser öffentlichen Anlageform. Auch Bürger könnten sich daran beteiligen.

Regelmäßige Zinsen und ein fester Rückzahlungstermin bieten für die Bürgerinnen und Bürger eine gut kalkulierbare und sichere Anlageform, mit der sie zugleich einen öffentlichen Zweck im Interesse der Allgemeinheit fördern. Die Linken fordern außerdem einen zielgerichteten Wiederaufbauplan. Der Totalschaden an der Carolabrücke sei eine Katastrophe für die Stadt, so Fraktionschef André Schollbach.

Die CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat will sich den Inhalt der Gutachten zum angekündigten Komplettabriss aller Brückenzüge der Carolabrücke genau anschauen. „Sollte die Prüfung ergeben, dass es tatsächlich keine Erhaltungsmöglichkeiten der bereits sanierten Brückenzüge A und B gibt, muss die Stadt Dresden unverzüglich mit dem Abriss und parallel mit Planungen für einen Ersatzneubau beginnen“, erklärt Veit Böhm, verkehrspolitischer Sprecher.

„Weder die Planungen noch ein Ersatzneubau dürfen am Geld scheitern. Zudem muss die Schiffbarkeit auf der Elbe schnellstens wieder hergestellt werden und erhalten bleiben", so Böhm. 

Die FDP erneuert ihre Forderung nach einer Behelfsbrücke. Die Stadt brauche so schnell wie möglich eine Interimslösung, bis ein Neubau steht. "Abriss, Planung, Ersatzneubau - das wird eine Ewigkeit dauern, eh eine feste neue Elbquerung an dieser Stelle kommen wird", befürchtet Holger Hase, Kreisvorsitzender der FDP Dresden. "Wir brauchen die Behelfsbrücke so schnell wie möglich, wenn die Nord-Süd-Achse in Dresden nicht auf Jahre zerrissen in der Warteschleife hängen soll."

Die Freien Demokraten betonen, dass auch eine Behelfsquerung alle Verkehrsmittel beachten muss. "Ob Auto, Straßenbahn, Rad oder Fußgänger, alle müssen an der Stelle über die Elbe kommen", sagt Hase abschließend.