Zoff um geplante Asyl-Erstaufnahme in Einsiedel
Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hat die Landesdirektion davor gewarnt, ihre geplante Asyl-Erstaufnahme in Einsiedel ohne Baugenehmigung in Betrieb zu nehmen. Die Unterlagen seien eingegangen, würden aber akribisch geprüft, sagte Baubürgermeister Michael Stötzer - das werde eine Weile dauern. Bei der Genehmigung geht es vor allem um den Brandschutz, denn das ehemalige Pionierlager, das als Erstaufnahme eingerichtet werden soll, liegt direkt am Wald. Es gibt erhebliche Brandschutzmängel.Das bestätigte ein Vertreter des Freistaates auf einer Anwohnerversammlung, auf der es um die Nutzung des Geländes als Asyl-Erstaufnahme ging. Auf der Veranstaltung am Mittwochabend wurde auch bekannt, dass der Chemnitzer Berufsfeuerwehr noch kein Brandschutzkonzept zu dem Objekt vorliegt - bei einer Übung vor zwei Jahren habe es außerdem Probleme mit dem Löschwasser aus der Zwönitz gegeben. Die Landesdirektion will das Lager trotzdem so schnell wie möglich in Betrieb nehmen. Die Mängel sollen beseitigt werden, dafür sei allerdings der private Eigentümer zuständig. Nicht nur wegen des Brandschutzes machen sich die Anwohner sorgen. Sie befürchten auch, dass es nicht bei der vorgesehenen Belegung bleibt und Zustände wie in Ebersdorf eintreten. Der Chemnitzer Polizeipräsident wiegelte ab: die Sicherheitssituation in Einsiedel werde so bleiben, wie sie ist. Dafür erntete er Unverständnis und Buhrufe.