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Zahl neu angekommener Flüchtlinge in Sachsen mehr als verdoppelt

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Sachsen hat in diesem Jahr einen starken Anstieg neu eingetroffener Asylbewerber registriert. Nach Angaben der Landesdirektion kamen bis Ende November 9.342 in den Freistaat. Im gesamten Jahr 2020 waren es 4.463. Damit hat sich die Zahl binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. 2019 hatten 6.645 Flüchtlinge im Freistaat Asyl beantragt. Der Anstieg beruht auch auf einer verstärkten Migration über die Belarus-Route.

Polens Regierung und die EU werfen dem autoritären belarusischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, Menschen aus Krisenregionen wie Afghanistan und dem Irak einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen. Lukaschenko hatte im Frühjahr als Reaktion auf westliche Sanktionen erklärt, er werde Migranten auf dem Weg in die EU nicht mehr aufhalten. Die Zahl irregulärer Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen zu Belarus sowie an der deutsch-polnischen Grenze nimmt seitdem stark zu, ging zuletzt aber wieder zurück.

Laut Landesdirektion stammt der größte Teil der bis Ende November eingetroffenen Asylbewerber aus Syrien (1.753), dem Irak (1.319) und Afghanistan (705). Dahinter rangieren die Herkunftsländer Georgien (563), Venezuela (421), Pakistan (311) und Libyen. Mit Stand 30. November lebten 23.630 Asylbewerber in Sachsen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 21 608 Asylbewerber. Mit Stand Ende Oktober waren 14 709 abgelehnte Asylbewerber zur Ausreise verpflichtet. Davon hatten 11 483 den Status einer Duldung.

Nach Angaben der Landesdirektion gibt es derzeit 4.255 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen. Davon waren kurz vor Weihnachten 2.296 belegt, was einer Quote von 54 Prozent entspricht.

Bislang war die Zahl neu ankommender Flüchtlinge im Freistaat in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. 2014 waren insgesamt 11.786 Menschen nach Sachsen gekommen, die in Deutschland Schutz suchten. Ein Jahr später trafen rund 69.900 Personen ein. 2016 kamen noch etwa 14.860 Asylsuchende, im Jahr darauf 9.183 und 2018 dann 8.828. 2019 sank die Zahl auf 6.645. 2020 waren es durch die Corona-Pandemie noch weniger. (dpa)