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Weiterer Prozess nach Angriff auf das Schalom

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Im Zusammenhang mit dem Überfall auf das jüdische Restaurant Schalom in Chemnitz wird es einen weiteren Strafprozess geben. Das Amtsgericht hatte eine Verhandlung gegen vier Männer zunächst abgelehnt. Begründung: Die Beweislage sei zu dünn für eine Verurteilung. Die Männer waren schwarz vermummt, es gab keine Zeugen und Chat-Gepräche lieferten nicht genügend Hinweise.

Doch der Generalstaatsanwalt legte Widerspruch ein – und bekam in einem Fall recht. Gegen einen der vier Männer wird nun erneut verhandelt. Laut einer Sprecherin des Amtsgerichts gibt es gegen einen der Verdächtigen doch belastbare Indizien, die eine Anklage rechtfertigen. Die Terminierung steht noch aus.

Drei Verdächtige raus aus dem Verfahren

Gegen die übrigen drei Verdächtigen wird laut Staatsanwaltschaft nicht weiter ermittelt. Die Vorwürfe reichten offenbar nicht aus, um die Ermittlungen aufrechtzuerhalten. Der Angriff auf das Schalom hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Tat ereignete sich im Sommer 2018. Damals war eine Gruppe vor dem Restaurant aufgetaucht, es flogen Flaschen und Inhaber Uwe Dziuballa wurde verletzt.

Urteil bereits 2021

Schon im Jahr 2021 hatte das Amtsgericht Chemnitz einen Mann aus Niedersachsen verurteilt. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr – auf Bewährung. Das Gericht sah ihn wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung als schuldig an.