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Weitere Verlegung von Intensivpatienten in andere Bundesländer

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Wegen der Überlastung von Krankenhäusern werden am Samstag weitere Patienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt. Geplant sind insgesamt sechs Transporte, wie das Sozialministerium in Dresden mitteilte. Wegen der Witterungsbedingungen im Bundesgebiet seien Verlegungen mit Hubschraubern nur begrenzt möglich, zwei Patienten sollen möglicherweise gegen Mitternacht mit Ambulanzflugzeugen nach Bremen gebracht werden. Über die Verlegung werde operativ oftmals kurzfristig entschieden, hieß es.

Die beiden ersten Transporte erfolgten bereits am Vortag aus dem Dresdner Herzzentrum nach Herford (Nordrhein-Westfalen) und aus dem Krankenhaus Dresden-Neustadt nach Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). In der dortigen Universitätsmedizin sei ein 45 Jahre alter beatmungspflichtiger Mann am späten Abend angekommen, sagte ein Kliniksprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. In dem Bundesland werden nach Angaben seines Gesundheitsministeriums zunächst insgesamt vier Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken im Freistaat erwartet.

Die insgesamt sechs geplanten Verlegungen am Samstag gehen an verschiedene Orte. Dabei sollen Patienten aus dem Krankenhaus Dresden-Neustadt in die Universitätsklinik Rostock sowie aus dem Herzzentrum Dresden in die Helios Kliniken nach Schwerin, aus dem Dresdner Universitätsklinikum nach Göttingen (Niedersachsen), aus einem Krankenhaus in Adorf (Vogtlandkreis) nach Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) sowie mit einem Lear Jet aus dem Dresdner Krankenhaus Friedrichstadt und einer Freiberger Klinik nach Bremen gebracht werden.

Sachsen hat nach Ministeriumsangaben insgesamt 16 Patienten für eine Verlegung angemeldet. Der Freistaat gehört zum sogenannten Kleeblatt Ost, das zudem die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst. Das Verlegungskonzept wurde im Zuge der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entwickelt, um Engpässe auf Intensivstationen in einem Land zu vermeiden. (dpa)