• Foto: Stadt Chemnitz

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Weihnachtsmarkt-Händler beklagen katastrophale Informationspolitik

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Die Weihnachtsmarkt-Händler laufen Sturm gegen das Chemnitzer Rathaus. Weil noch immer unklar ist, wie genau der Markt ablaufen soll, verschärft sich der Ton gegenüber der Verwaltung. Die Händler fürchten um ihre Umsätze - die Wirtschaftlichkeit steht auf dem Spiel.

„Wir haben die Schnauze voll von ihrer Informationspolitik“, heißt es wörtlich in einem offenen Brief an die Marktleitung. "Dass die derzeitige Situation einmalig und schwierig ist wissen wir - umso wichtiger wäre es in dieser schwierigen Zeit Seite an Seite zu stehen, miteinander zu reden und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Bedauerlicherweise ist in den letzten sechs Monaten genau dies nicht geschehen! Es gab keinerlei Austausch, Händlermeinungen wurden nicht eingeholt. Wo in anderen Städten trotz Corona persönliche Treffen zwischen Stadt und Händlern stattfanden, passiert in Chemnitz nix", beklagt die Händlergruppe, die in dem Schreiben allerdings anonym bleibt.

Die Händler fordern, dass sie endlich in die Planungen einbezogen und auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Keiner wisse bisher, wie groß die eingezäunten Bereiche sein sollen und wie viele Besucher dort zugelassen sind. Auch eine Senkung der Gebühren wird in dem Schreiben gefordert, ebenso der Verzicht auf eine Registrierung der Gäste.

Dazu heißt es in dem Brief: "Registrierungen am Einlass werden Besucher abschrecken und die Umsätze noch stärker als so schon sinken lassen. Es ist zu erwarten, dass dann viele Händler mit einem Minus den Weihnachtsmarkt beenden werden und dann vielleicht nie wieder am Chemnitzer Weihnachtsmarkt teilnehmen können. Wie sollen wir so einen schönen Weihnachtsmarkt für die Chemnitzer Bürger machen?"

Die Stadt hat die Kritik der Weihnachtsmarkt-Händler zurückgewiesen. Sie seien informiert worden, dass sich die Bedingungen aufgrund der Corona-Pandemie ändern können, heißt es aus dem Rathaus. Sollten die Fallzahlen steigen, wird sogar eine komplette Absage des Weihnachtsmarktes nicht ausgeschlossen. Mehrere Händler haben sich inzwischen von dem Brandbrief distanziert.