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Was war der Dampfkessel-Revisionsverein in Chemnitz?

An der Bahnhofstraße 20, zwischen Waisen- und Carolastraße steht ein Bürohaus aus dem 19. Jahrhundert, auf dem heute noch der Schriftzug „Sächsischer Dampfkessel-Revisionsverein“ steht. Was es damit auf sich hat, hat uns einer erzählt, der sich mit Dampfmaschinen auskennt - Claudius Noack, Chef vom Eisenbahnmuseum: 

„Durch die Textilindustrie entwickelte sich Chemnitz damals zur Metropole des sächsischen Maschinenbaus. Der Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz machte den Transport von Kohle einfach und billig. So stieg die Zahl der Dampfmaschinen explosionsartig an. Die Kessel waren zunehmend im Dauereinsatz und das Material ermüdete dadurch schnell. Um die Gefahren dadurch zu minimieren, waren die Betreiber zur regelmäßigen Revision durch staatliche Aufsichtsbeamte verpflichtet. Nur durch eine Mitgliedschaft im Sächsischen Dampfkessel-Revisionsverein konnte diese Pflicht auf die Ingenieure des Vereins übertragen werden. Mit Gründung des Chemnitzer Vereins am 1. Mai 1878 gehörten ihm 36 Mitglieder mit 191 Dampfkesseln an.“ 

Und aus diesem Verein wurde dann später eine Institution, die heute jeder kennt, nämlich der TÜV.

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Sächsischer Dampfkessel-Revisionsverein

Gefördert durch die Sächsische Landesmedienanstalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.