Wahlprogramm-Check zum christlichen Menschenbild

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In knapp 2 Monaten wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Die katholische Erwachsenenbildung Sachsen will dazu mit den Menschen ins Gespräch kommen. In einer Studie – die heute in Dresden vorgestellt wurde, wurden alle Programme der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien unter dem Aspekt: „Christliches Menschenbild“ genau unter die Lupe genommen. Die Untersuchungen sollen zum diskutieren und zur Meinungsbildung einladen. Ab September sind außerdem mehrere Gesprächsrunden geplant.

weiterführende Pressemitteilung des Bistums Dresden-Meißen:

Es handelt sich dabei um eine Studie der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) zu den sechs Wahlprogrammen der im Bundestag vertretenen Parteien, die erstmalig vor einer Bundestagswahl von einer kirchlichen Institution erstellt wurde. Dabei lagen die Schwerpunkte auf folgenden, von der KEBS als relevant erachteten Themenfeldern: Familie, Religion, Zuwanderung, Europa-, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Ökologie, Corona-Politik, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Innere Sicherheit und Sterbehilfe.

Frank Seibel, Vorsitzender der KEBS, betont: „Für eine umfassende Meinungsbildung ist es wichtig, sich intensiv mit den Aussagen der Parteien auseinanderzusetzen. Der von uns initiierte Wahlprogramm-Check ist keine Wahlempfehlung, sondern bietet Christen und Nichtchristen eine Arbeitshilfe zur Wahlentscheidung an. Die Bundestagswahl am 26. September findet in einer bewegten Zeit statt. Kirche und Gesellschaft stehen an der Stelle epochaler Veränderungen, was sich besonders in den vom Braunkohleabbau geprägten Regionen Sachsens zeigt.  Der Ausstieg aus der Kohle bringt tiefgreifende Veränderungen mit sich. Politik und Wirtschaft dürfen dabei die konkreten Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Die Transformation muss sozial und ökologisch fair gestaltet werden, damit die Menschen zusammengeführt und nicht gegeneinander aufgebracht werden.“

Sebastian Kieslich, Leiter der KEBS, ergänzt: „Hinter dem christlichen Menschenbild stehen die Sozialprinzipien der Personalität, des Gemeinwohls, der Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit. Das Ausgrenzen von Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion oder Weltanschauung ist mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Daher sollten Christen die Kandidaten und Parteien wählen, die sich für eine offene und plurale Gesellschaft einsetzen und die Wahlprogramme daraufhin abklopfen.“

Die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen lädt daher zur Veranstaltungsreihe „Vom Vertrauen auf ‚die schlechteste Staatsform‘ (Winston Churchill) - Christliches Demokratieverständnis in Zeiten der Pandemie“ in verschiedene Regionen Sachsens ein. Direktor Thomas Arnoldteilt sagt dazu: „Wir wollen vor der Bundestagswahl mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen und freuen uns, dass uns dafür der Leiter des KSZ, Professor Peter Schallenberg, zur Verfügung steht. Dazu sind alle Interessierte herzlich eingeladen.“
 

Die Termine sind:

  • Montag, 13. September, 19.30 Uhr, Bildungsgut Schmochtitz Sankt Benno, Schmochtitz 1, 02625 Bautzen
  • Dienstag, 14.09.2021, 19:30 Uhr, Kathedralforum Dresden, Haus der Kathedrale, Schloßstraße 24, 01067 Dresden
  • Mittwoch, 15.09.2021, 19:30 Uhr, AricolaForum Chemnitz, Herbstvorträge in der Propstei, gemeindezetrum St. Nepomuk, Hohe Straße 1, 09112 Chemnitz
  • Donnerstag, 16.09.2021, 19:30 Uhr, NovalisForum Freiberg, TU Bergakademie Freiberg, Institut für Mineralogie, Großer Hörsaal (WER-1045), 1. OG, Abraham-Gottlob-Werner-Bau, Brennhausgase 14, 09599 Freiberg

 

Des Weiteren steht ab heute (28.7.) zum Wahlprogramm-Check ein Podcast-Interview mit Professor Peter Schallenberg unter www.ka-dd.de/podcast zur Verfügung.

Ab Freitag, den 30. Juli, steht die Studie kostenfrei zum Download auf der Internetseite der KSZ unter www.ksz.de zur Verfügung.