Von unschätzbarem Wert! Bibliothek rettet historische Bücher
Es raschelt wieder leise im Regal der Ewigkeit. Zehn alte Bücher, angegraut von Jahrhunderten, kehrten frisch restauriert zurück in die Magazine der Chemnitzer Stadtbibliothek. Darunter: ein echtes Schwergewicht der Lokalgeschichte. Die erste zusammenhängende Chronik von Chemnitz – erschienen 1734, ohne Autor, aber mit Botschaft.
Der Mann hinter dem Buch
Das Werk kommt anonym daher, doch wer zwischen den Zeilen liest, weiß: Das kann nur Johann Gottlob Richter gewesen sein. Stadtschreiber. Syndikus. Und so etwas wie der Hauspoet der Stadtverwaltung von damals. Sein Werk trägt den charmanten Titel: „Historische Nachricht von denen vornehmsten Denckwürdigkeiten der Stadt Chemnitz…“. Ein Buch wie ein alter Stadtplan mit Geschichten in den Gassen.
Vom Erzgebirge ins Archiv
Nicht nur Chemnitz selbst bekam ein Update in Papierform. Auch das Erzgebirge durfte mitreden: Die Annaberger Chronik von Paul Jenisch (1605), Schneebergs Geschichte von Christian Meltzer (1716) oder der Blick auf Johanngeorgenstadt durch Johann Christian Engelschall (1723) – alle sind wieder lesbar. Und zwar ohne Angst, dass beim Umblättern die Geschichte zerbröselt.
Werkstatt statt Wunder
In drei Leipziger Werkstätten wurde geschabt, geheftet, geklebt. Die Seiten wurden gereinigt, die Risse geschlossen, die Buchrücken gestärkt. Keine Hexerei, sondern präzise Handarbeit. Jetzt stehen die Werke in klimatisierten Räumen – nicht zu warm, nicht zu feucht. Genau richtig für Papier, das über 300 Jahre alt ist.
Paten für Papier
Bezahlt wurde das Ganze von der KEK, der Kulturstiftung der Länder und dem Bund. Die Restaurierung kostete rund 4.800 Euro. Aber auch der Förderverein der Stadtbibliothek hilft seit 15 Jahren kräftig mit – über das Projekt „Buchpaten gesucht“. Wer also noch ein paar Euro und ein Herz für alte Geschichten hat:
👉 www.foerderverein-stadtbibliothek-chemnitz.de