Vier-Stufen-Plan für Görlitzer Handel
Görlitz will mit Einkaufserlebnissamstagen die Innenstadt beleben. Die Aktion ist Teil eines Vier-Stufen-Plans, der heute vorgestellt wurde. Damit soll Händlern in Görlitz nach dem monatelangen Lockdown wieder auf die Beine geholfen werden und ihnen auch langfristig mehr Kunden bescheren.
Wer vor Corona an Samstagen durch die Görlitzer Innenstadt geschlendert ist, konnte regelmäßig beobachten, dass es auf Berliner Straße, Postplatz oder Obermarkt nach 14 Uhr rasch still wurde. Die City verabschiedete sich ins Wochenende. Nun sollen die Läden ein paar Stunden länger öffnen – bis 18 Uhr. Die Kunden sollen einen „schönen Samstag“ haben und dabei auch etwas erleben, so der Chef der Kulturservice GmbH, Benedikt Hummel.
Händlerinitiativen wie der „Aktionsring für Görlitz“ und die „City Initiative“ hatten gemeinsam mit der Kulturservice GmbH, der Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH, der IHK und der Stadtverwaltung Ideen diskutiert. Formuliert wurde ein Vier-Stufen-Plan.
„Der schöne Samstag“, der schon fast prosaisch klingende Titel für den verlängerten Einkauf am Wochenende, soll – abhängig vom Infektionsgeschehen – Ende April oder Anfang Mai starten und dann regelmäßig einmal, vielleicht auch zweimal im Monat stattfinden.
Folgen sollen Kleinkunst-Veranstaltungen, fliegende Händler und Produktpräsentationen an den „schönen Samstagen“. Das ist Stufe 2 – und ein Weihnachtsmarkt am Postplatz Stufe 3. Schließlich sollen eine Stadt-App entwickelt und ein Online-Marktplatz aufgebaut werden. Händler hätten damit eine zusätzliche Verkaufsplattform und die Kunden eine bequeme Einkaufsalternative vor Ort, findet Frank Reimann vom „Aktionsring für Görlitz“:
Stufe Eins kann gezündet werden. Für die drei anderen Stufen fehlt noch der Treibstoff. Geld muss aufgetrieben werden. Passende Förderprogramme gibt es derzeit nicht. Oberbürgermeister Octavian Ursu hat eine Idee. Er kann sich einen Wettbewerb mit anderen Städten vorstellen. Dann wäre vielleicht eine Förderung möglich.
Der Görlitzer Vier-Stufen-Plan könnte auch für andere Städte Vorbild sein, die Innenstädte und damit auch den Handel zu beleben. Für Citymanagerin Ilona Markert wurde eines schon erreicht, „alle an einen Tisch zu bringen und gemeinsam ein Modell auszuarbeiten“. Das ist in anderen Städten in der Lausitz nicht selbstverständlich.