Videoüberwachung ist Thema im Stadtrat
Den Chemnitzer Stadträten steht am Mittwoch eine regelrechte Marathonsitzung bevor. Auf der Tagesordnung finden sich gleich mehrere große Themen, so zum Beispiel die Videoüberwachung in der Innenstadt. Sie soll Ende September an den Start gehen. Insgesamt 38 Kameras will die Stadt installieren, unter anderem an der Zentralhaltestelle, am Tietz und im Stadthallenpark. Die Kameras haben bis zu acht Objektive und sollen auch nachts scharfe Bilder liefern. Polizei und Ordnungsamt können im Nachhinein auf die Bilder zugreifen, um Straftaten aufzuklären. Die Videoüberwachung soll dabei helfen, die Kriminalität in der Innenstadt zurückzudrängen. Danach geht es um die neue Polizeiverordnung und weitere Schulcontainer. Die mobilen Klassenzimmer sollen an der Comenius-Schule in Altchemnitz aufgestellt werden. Mit einer außerplanmäßigen Finanzspritze soll der Stadtrat außerdem die Theater vor der Insolvenz retten. Die städtischen Bühnen haben sich durch Misswirtschaft an den Rand des Ruins gebracht. Kostspielige Inszenierungen wie das Open-Air-Musical "My Fair Lady" oder "Der Ring der Nibelungen" haben ein riesiges Loch in die Kasse gerissen. Generalintendant Christoph Dittrich musste einräumen, dass er bei Personal und Material deutlich überzogen hat. Und das trotz langfristiger Finanzplanung. Hinzu kommen sinkende Zuschauerzahlen bei Oper und Operetten.Jetzt soll die Stadt - wieder mal - mit einer Finanzspritze helfen. Um die drohende Insolvenz abzuwenden, soll der Stadtrat auf seiner Sitzung am 23. Mai eine zusätzliche Finanzspritze von 1,3 Millionen Euro locker machen. Dies allerdings an Bedingungen geknüpft. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erwartet, dass der Intendant alle Anstrengungen unternimmt, um die Einnahmen wieder ins Lot zu bringen. Dazu soll es auch ein neues Controlling geben. Die Städtischen Theater erhalten jedes Jahr den größten Zuschuss im Kulturbereich. Derzeit stehen den Spielstätten rund 27 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.