• Foto: Daniel Unger / Medienservice Erzgebirge

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Messerstiche in Aue - Verletzter Helfer hat Intensivstation verlassen

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Der bei einer Feier an Heiligabend schwer verletzte Helfer aus Aue ist weiter auf dem Weg der Besserung. Der 51-Jährige habe inzwischen die Intensivstation verlassen, sagte Superintendent Dieter Bankmann am Freitag. Der Mann war mit einem Stich verletzt worden, als er bei der Feier für Bedürftige im Pfarrhaus der Gemeinde St. Nicolai einen Streit unter Asylbewerbern schlichten wollte.

Nach Angaben der Polizei war ein Streit zwischen mehreren Männern eskaliert. Gegen einen 53-Jährigen aus Syrien wurde Haftbefehl wegen Anstiftung zum versuchten Totschlag und zur gefährlichen Körperverletzung erlassen. Er befindet sich in einer Justizvollzugsanstalt. Es handelt sich nach jüngsten Angaben der Polizei bei dem Verhafteten nicht um den Tatverdächtigen, der dem Gemeindemitarbeiter die Stichverletzung zugefügt hat. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft versuchten jetzt zu klären, wer an der Auseinandersetzung in dem Pfarrhaus noch beteiligt war und wer zugestochen hat. Bei der Auseinandersetzung wurde auch ein 34-jähriger Iraner leicht verletzt. Das Motiv für den Streit ist unklar. 

Trotz des Vorfalls wolle die Kirche grundsätzlich an solchen Veranstaltungen festhalten, sagte der Sprecher der evangelischen Landeskirche, Matthias Oelke. Der Großteil der rund 100 Menschen in Aue habe stundenlang friedlich gefeiert, bis die offensichtlich persönliche Auseinandersetzung eskaliert sei. "Man kann deswegen nicht alle Veranstaltungen absagen", sagte Oelke. Die Gemeinde in Aue werde konkret prüfen, welche Konsequenzen im nächsten Jahr gezogen würden, sagte Superintendent Bankmann. "Ich gehe davon aus, dass das wieder stattfinden wird. Wir lassen uns das nicht kaputtmachen."

Dass NPD-Stadtrat Stefan Hartung für Samstag in Aue zu einer Demonstration aufruft, sehen die Kirchenvertreter kritisch. "Es war uns klar, dass dieser schlimme Vorfall instrumentalisiert wird. Das ist eine Eskalationsspirale, die wir nicht wollen", sagte Bankmann. Solche politischen Kommentierungen seien nur dazu geeignet, Gräben in der Gesellschaft aufreißen, sagte Oelke.