„Unglücklicher Fels“ - Kraftakt für Tunnelmodernisierer
Der Autobahntunnel „Königshainer Berge“ - gefühlt eine ewige Baustelle. Vor allem Pendler schieben Frust. Häufig sind die Betonröhren gesperrt. Oder es gibt Stau. Derzeit wird der Tunnel modernisiert. Der Verkehr rollt nur durch eine der beiden Röhren.
Miguel Almeider und seine beiden Kollegen machen sich an einer der 20 Nischen für die neuen Notrufkabinen krumm. Die drei Portugiesen sind Eisenflechter. Seit April wird die erste Röhre des Autobahntunnels modernisiert. Die Sicherheitssysteme werden auf den neuesten Stand gebracht. Dazu gehört der Einbau von Notrufkabinen. Dazu muss die Tunnelschale geöffnet und das Felsgestein ein Stück weit abgebrochen werden. Keine leichte Arbeit, so Projektverantwortlicher Thomas Köhler von der Autobahn GmbH. Beim Ausbau der Nischen seien die Bauleute auf besonders massiven Granit getroffen. „Der Fels ist nicht glücklich. Hier kommen wir noch scheibchenweise voran.“ Deshalb hängen die Arbeiter auch im Zeitplan etwas zurück.
Erneuert werden auch elektrische Anlagen. So kommen die alten Natriumdampflampen raus. Sie werden durch LED-Leuchten ersetzt. Eingebaut wird ein voll digitales Videosystem und Abstände der Kameras verkürzt. Das macht dann eine lückenlose Verkehrsüberwachung möglich. Entlang der Notgehwege werden Leuchtstreifen verlegt. „Was hier gemacht wird, erfolgt im nächsten Jahr spiegelgleich in der Südröhre.“
50 Millionen Euro kostet die Tunnelmodernisierung. „Wir sind bislang im Kostenrahmen geblieben“, sagt Marcus Bräuer, Abteilungsleiter bei der Autobahn GmbH..
Der fast dreieinhalb Kilometer lange Autobahntunnel ist seit 1999 in Betrieb. Täglich rauschen 30.000 Fahrzeuge durch die beiden Röhren. Fast ein Drittel sind Lkw. Tendenz steigend. Ein großer Teil des Schwerlastverkehrs von und nach Osteuropa rollt über die A 4, die auch scherzhaft „Breslauer Allee“ genannt wird.