TSV Germania: Offener Brief an OB und Stadtrat
Der TSV Germania Chemnitz 08 gibt nicht auf. Nachdem das Sportamt der Stadt im Juni 2025 den langjährigen Nutzungsvertrag für das Gelände an der Markersdorfer Straße gekündigt hat, setzt der Verein nun auf öffentlichen Protest. In einem offenen Brief wenden sich die Verantwortlichen direkt an Oberbürgermeister Sven Schulze, das Sportamt und die Stadtratsfraktionen – mit klaren Worten, scharfer Kritik und der Forderung nach einem fairen Dialog.
Ehrenamt mit Abrisshammer
„Noch vor ein paar Wochen stand ich mit dem Abbruchhammer neben dem Platz“, erinnert sich Vereinschef Thomas Mix. Über 1.300 freiwillige Arbeitsstunden haben Mitglieder seit Herbst 2024 geleistet, um das verfallene Gelände nutzbar zu machen. Container wurden aufgestellt, das Umfeld hergerichtet – und dann kam die Kündigung. Mix: „Wir fühlen uns ausgenutzt und belogen.“
Stadt übergibt Gelände an Athletic Sonnenberg
Seit dem 1. Juli nutzt nun der junge Verein Athletic Sonnenberg die Fläche – laut Stadt wegen steigender Mitgliederzahlen und fehlender Alternativen. Die Germania hingegen muss mit allen Teams zurück auf das Gelände an der Annaberger Straße, das bereits jetzt überlastet ist. Gespräche über eine gemeinsame Nutzung seien an Trainingszeiten und Forderungen gescheitert.
Kündigungsgründe umstritten
Die Stadt nennt als Gründe: Nichtnutzung, Pflichtverletzung, kein Bedarf. Der Verein widerspricht: Wegen Schimmelbefalls sei kein Training möglich gewesen. Gleichzeitig sei rund um die Uhr an der Wiederherstellung gearbeitet worden. Die Kündigung sei formal begründet, aber faktisch falsch und menschlich enttäuschend.
Realistische Hoffnung liegt woanders
Thomas Mix glaubt nicht mehr daran, dass der Verein das Gelände an der Markersdorfer Straße zurückbekommt. Zu deutlich sei die Entscheidung der Stadt ausgefallen. Stattdessen setzt er nun auf eine andere Lösung: „Unsere Mitgliederzahlen steigen stetig – wir brauchen eine Alternative.“ Deshalb bittet der Verein im offenen Brief um ein Ausweichquartier und ruft die Stadt zur Kooperation auf.
Appell an die Politik
Der offene Brief endet mit einem Appell: „Stellen Sie das Ehrenamt nicht ins Abseits.“ Der TSV Germania fordert Gespräche auf Augenhöhe, Anerkennung für die geleistete Arbeit – und bittet um einen Vor-Ort-Termin. Denn auch wenn die Hoffnung auf Rückgabe des Geländes schwindet, will der Verein weiterkämpfen – für Platz, Perspektive und Fairness.