Tschechischer Spediteur als Bandenchef überführt
Der Polizei ist eine tschechische Diebesbande ins Netz gegangen, die in großem Stil LKW-Reifen gestohlen hat. Tatorte waren Reifenlager und Werkstätten in Sachsen, Thüringen und Bayern. Der entstandene Schaden beläuft sich auf fast eine halbe Million Euro. Kopf der Bande ist ein 44-jähriger Spediteuer aus Tschechien - der Mann wurde in Dettelsbach in Unterfranken von Spezialkräften der Polizei festgenommen. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Gemeinsam mit seinen Komplizen hatte er über anderthalb Jahre hinweg zahlreiche Lager aufgebrochen und geplündert, unter anderem in Zwickau und Großschirma. Vereinzelt montierte die Bande auch von abgestellten Lastern die Reifen ab und ließ die tonnenschweren Fahrzeuge aufgebockt auf Holzblöcken zurück. Unterstützung erhielt der 44-Jährige, so der jetzige Ermittlungsstand, von seiner Ehefrau, einer 43-jährigen tschechischen Staatsangehörigen und diversen Mittätern, weshalb der Verbrechenstatbestand des schweren Bandendiebstahls im Raum steht. Als Transportfahrzeuge dienten entweder firmeneigene Lkw oder Pkw mit Anhänger. Um bei möglichen Kontrollen während der Rückreise nach Tschechien nicht aufzufallen, hatte die Ehefrau entsprechende Lieferscheine vorgefertigt um so einen legalen Transport vorzutäuschen. Bei seiner Festnahme agierte der 44-jährige Bandenchef ohne Mittäter. Dies dürfte aber nicht in allen anderen Fällen so gewesen sein. Nur im Zusammenwirken von mehreren Personen können z. B. die Diebstähle von über 100 LKW-Reifen in einer Nacht durchgeführt werden, zumal ein LKW-Reifen ca. 50 kg wiegt.