Trainer Tomislav Stipic verlässt FC Erzgebirge Aue
Allen Treuschwüren zum Trotz: Tomislav Stipic tritt als Trainer des FC Erzgebirge Aue zurück. Drei Tage nach dem Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga hat der 35-Jährige aus persönlichen Gründen das Handtuch geworfen. „Ich möchte vor allem meine Werte nähren, die im letzten Jahr zu kurz gekommen sind: Meine Familie, mein Glauben“, sagte Stipic am Mittwoch auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Er und der Verein haben den bis 2017 laufenden Vertrag einvernehmlich zum 30. Juni aufgelöst. „Meine Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Nach reiflicher Überlegung bin ich jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass ich diesen Schritt gehen will“, erklärte Stipic. Noch am Vorabend hatte er bei Präsident Helge Leonhardt auf der Couch gesessen und widerstand dessen Überredungsversuchen. „Ich muss das verstehen als Präsident, und mein Vorstand hat es auch verstanden“, sagte der Präsident. Er bedauere den Abschied von Stipic. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga ist das der nächste schwere Schlag für den Verein, der jetzt nicht nur eine komplett neue Mannschaft zusammenstellen, sondern auch in kürzester Zeit einen neuen Trainer finden muss. „Ich bin als Präsident zum Handeln gezwungen“, sagte Leonhardt. Die Planungen für den neuen Kader in der dritten Liga übernimmt vorläufig das verbliebene Trainerteam um Steffen Ziffert, Robin Lenk und Max Urwantschky. Bereits in knapp zwei Monaten startet die neue Saison in der 3. Liga. Stipic geht aus Aue ohne berufliches Ziel. „Ehrlich gesagt, gibt es aktuell in sportlicher beziehungsweise beruflicher Hinsicht keinen persönlichen Matchplan oder einen Plan B für mich“, gab er zu. Dennoch glaubt er, die Erzgebirgler gut vorbereitet seinem noch zu suchenden Nachfolger zu hinterlassen und ins Abenteuer 3. Liga zu schicken. „Wir haben eine Vision vorgelegt, die personen-unabhängig funktioniert und den Verein noch erfolgreicher macht“, betonte er. Am Sonntag hatte sich der Abschied angedeutet, da Stipic ein klares Bekenntnis zum Verein vermied. „Ich bin dem Präsidenten bis an mein Lebensende dankbar dafür, dass er mir diese Möglichkeit gegeben hat“, hatte Stipic gesagt. Leonhardt pochte allerdings zunächst auf den Vertrag, der erst im Februar ligaübergreifend bis 2017 verlängert worden war. Präsident und Trainer betonte unisono, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen. Am Dienstag trafen sich beide erneut zu einem Gespräch, auf das nun die Trennung folgt. Stipic hatte das Traineramt im September von Falko Götz übernommen, der zuvor beim Saisonstart sechs Ligaspiele in Serie verloren hatte. Ihm gelang es, im Abstiegskampf seiner Mannschaft auch spielerische Lösungen einzuimpfen. Mit acht Winterneuzugängen formte er ein Team, das auch Aufstiegskandidaten schlug. Dennoch stieg punktgleich mit TSV 1860 München wegen der schlechteren Tordifferenz ab.