Todesfahrer von der Dresdner Straße erneut vor Gericht
Der tödliche Unfall einer Radfahrerin auf der Dresdner Straße beschäftigt heute erneut die Richter. In der Berufungsverhandlung muss sich der 21-jährige Unfallverursacher erneut wegen fahrlässiger Tötung, Trunkenheit am Steuer und Fahrerflucht verantworten. Er hatte eine junge Radfahrerin im Vollrausch totgefahren und war dafür im ersten Prozess zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft und die Familie des Opfers als Nebenkläger hatten das Urteil angefochten - sie fordern eine Haftstrafe für den Mann. Der 21-Jährige war im Juli 2012 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht blieb damals deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine mehrjährige Haftstrafe für den Angeklagten gefordert hatte. Auch der Vertreter der Nebenklage hätte den Raser lieber hinter Gitter gesehen. „Leute wie sie gehören in einen Bus und nicht hinter das Steuer eines Fahrzeugs“, sagte der Anwalt der Familie des Opfers damals in der Verhandlung. Der 21-Jährige hatte die Radfahrerin im April 2011 in Höhe der Fürstenstraße mit seinem Wartburg gerammt und war einfach weitergefahren. Die junge Frau starb kurze Zeit später nach einer Not-OP im Krankenhaus. Nach Aussage eines Gutachters hatte der Mann zum Unfallzeitpunkt zwischen 1,6 und 2,0 Promille Alkohol intus. Er wurde wenige Minuten später von der Polizei zu Hause in Neukirchen festgenommen. Bis dorthin war er noch mit seinem völlig demolierten Wartburg gefahren. Von dem Unfall selbst, bei dem die rechte Seite des Autos massiv beschädigt sowie die Windschutzscheibe eingedrückt wurde, will er nichts mitbekommen haben. Ärzte stellten bei ihm ein Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität sowie eine zentrale Fehlhörigkeit fest. Den Führerschein hatte er erst ein knappes halbes Jahr zuvor bestanden, und das auch erst, nachdem er die Theorie mehrmals wiederholt hatte. In der Verhandlung am Amtsgericht entschuldigte sich der junge Mann für seine Tat. Es sei ein Fehler gewesen, betrunken ins Auto zu steigen. Den emotionsgeladenen Prozess am Amtsgericht verfolgten im Juli vergangenen Jahres viele Angehörige und Freunde des Opfers. Die Ergotherapeutin war an jenem Morgen auf dem Weg zur Arbeit. An der Unfallstelle erinnern bis heute ein Bild sowie Blumen und Kerzen an die Getötete.