Testpflicht an Grundschulen sorgt bei Lehrern für Unbehagen
Die Testpflicht an den sächsischen Grundschulen wird nicht von allen Lehrern wie geplant umgesetzt. Nach unseren Informationen geben einige Schulen im Freistaat die Selbsttests den Eltern mit nach Hause, weil sie bei einem Test vor der ganzen Klasse das Kindswohl gefährdet sehen.
Viele Erstklässler sind zudem offenbar nicht in der Lage, die Tests allein durchzuführen. Das Kultusministerium wiegelt auf Nachfrage ab. Die Lehrer hätten die Kinder mit viel Fingerspitzengefühl an die Selbsttests herangeführt, sagte uns eine Sprecherin. Ob die Schulen die Tests mit nach Hause geben dürfen, beantwortete das Ministerium auf Nachfrage nicht.
In Einzelfällen wurde der Schulstart aber auch von Eltern zum Anlass genommen, mit Aktionen gegen die Selbsttests und Maskenpflicht zu protestieren. „Diese Einzelfälle zu meistern, war für die Schulleitungen und Lehrkräfte nicht immer einfach“, so das Ministerium. Vereinzelt kam es dabei auch zu verbalen Übergriffen.
Für das Landesamt für Schule und Bildung und auch für die Schulen bedeutet die Testpflicht einen enormen logistischen und organisatorischen Aufwand. Schließlich müssen wöchentlich rund 1,2 Millionen Selbsttests organisiert werden.
