• Die Polizei zählte rund 2.200 Menschen . Die Versammlung lief ohne Zwischenfälle. © Redaktion

    Die Polizei zählte rund 2.200 Menschen . Die Versammlung lief ohne Zwischenfälle. © Redaktion

  • Tausende Menschen haben in Aue am Samstagabend demonstriert. © Redaktion

    Tausende Menschen haben in Aue am Samstagabend demonstriert. © Redaktion

Demo und Friedensgebet nach Messerangriff in Aue

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Tausende Menschen haben sich am Samstagabend auf dem Altmarkt in Aue versammelt. Sie demonstrierten gegen die aus ihrer Sicht stattfindende Überfremdung der Gesellschaft. Organisiert hatte die Demo der NPD-Stadtrat Stefan Hartung aus Aue-Bad Schlema. Anlass war die Messerattacke an Heiligabend im Pfarrhaus der St. Nicolai-Kirche.

Die Polizei zählte insgesamt 2.200 Menschen, Hartung sprach von 3.000 bis 4.000 Menschen, die sich auf dem Markt eingefunden hatten. Unter den Teilnehmern war auch Martin Kohlmann von Pro Chemnitz, der von Hartung auf der Bühne begrüßt wurde und eine Rede hielt. Parallel zu der Kundgebung veranstaltete die Kirchgemeinde Aue ein Friedensgebet. Dazu kamen rund 500 Menschen in die Kirche.

Wie uns Polizeisprecherin Jana Ulbricht sagte, verliefen die Versammlungen aus Sicht der Polizei ohne Zwischenfälle. „Wir ziehen ein positives Fazit“, sagte Ulbricht. Die Polizei war eigenen Angaben zufolge mit 220 Beamten im Einsatz, Unterstützung kam von der Bereitschaftspolizei.

An Heiligabend war auf einer Weihnachtsfeier für Bedürftige in einem Pfarrhaus ein Streit unter Asylbewerbern eskaliert. Der Hintergrund ist bisher unklar. Der 51 Jahre alte deutsche Helfer wollte schlichten. Dabei traf ihn ein Messerstich und verletzte ihn schwer. Ein 53 Jahre alter syrischer Tatverdächtiger sitzt in U-Haft. Wer zugestochen hat, ist aber bislang noch nicht geklärt.

Kirchenvertreter hatten sich im Vorfeld von dem Demo-Aufruf des NPD-Politikers distanziert. "Wir verwahren uns dagegen, diese Straftat zum Anlass zu nehmen, alle Fremden als potenzielle Gewalttäter zu betrachten", hieß es in einer Stellungnahme, die die Gemeinde St. Nicolai im Internet veröffentlicht hatte. Dem verletzten Helfer gehe es inzwischen besser.

Auch bei dem Friedensgebet verwahrte sich der Superintendent des Kirchenbezirks, Dieter Bankmann, gegen die politische Vereinnahmung durch rechte Kreise. "Wir sind die Betroffenen", sagte Bankmann. Er fände es schädlich, dass das Engagement vieler Menschen für das Gemeinwohl schlecht gemacht werde.

Audio:

Demoteilnehmer sagten uns:

Polizeisprecherin Jana Ulbricht