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Tarifabschluss im Nahverkehr: Streiks abgewendet

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Der Tarifkonflikt im sächsischen Nahverkehr ist beigelegt. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben am Donnerstag eine Einigung erzielt, damit sind weitere Streiks bei den Verkehrsbetrieben in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Zwickau abgewendet. 

Vereinbart wurden höhere Nachtzuschläge und Jahressonderzahlungen sowie eine Entlastung beim Schichtdienst. Im Gegenzug wird die 38-Stunden-Woche beibehalten - Verdi hatte eine 35-Stunden-Woche gefordert. 

„Die Situation ist nach wie vor herausfordernd.“, erklärt Jens Meiwald, Verhandlungsführer und Vorstand der Chemnitzer-Verkehrs AG. „Die größer werdenden Finanzierungslücken der Verkehrsunternehmen können von den kommunalen Trägern angesichts ihrer eigenen prekären Haushaltslage nicht ausgeglichen werden. Dies hatte bereits zu Debatten über mögliche Sparmaßnahmen und Leistungskürzungen im Nahverkehr geführt. Vor diesem Hintergrund war es besonders wichtig, eine Lösung im Tarifkonflikt zu erreichen, die die betriebliche Produktivität gewährleistet. Die Verhinderung der geforderten Arbeitszeitreduzierung von 38 Wochenstunden auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich spielte hierbei eine zentrale Rolle. Nur so können deutliche Leistungskürzungen im Nahverkehr, welche über die derzeit diskutierten Umfänge nochmals signifikant hinausgehen, abgewendet und somit ein weiterhin attraktives Angebot für die Fahrgäste zuverlässig gesichert werden.“, so Meiwald weiter.

Im regionalen Nahverkehr der Landkreise wird unterdessen weiter verhandelt, hier haben die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt.