Tag X: Staatsanwaltschaft erhebt in Leipzig Anklage wegen versuchten Mordes
Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Ende Mai Anklage wegen versuchten Mordes gegen einen 25-Jährigen erhoben. Das wurde am heutigen Montag mitgeteilt. Dem Mann wird vorgeworfen, sich an den schweren, gewalttätigen Ausschreitungen am sogenannten „Tag X“ am 3. Juni letzten Jahres in Leipzig beteiligt zu haben. Außerdem werden ihm u. a. Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung in 18 Fällen, und Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel vorgeworfen.
Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Einsatzgruppe „LEX“ der Polizei soll er zwei Brandsätze sowie zwei Steine und einen weiteren pyrotechnischen Gegenstand auf Polizeibeamte geworfen haben. Er habe der Anklage zufolge zumindest billigend in Kauf genommen, dass die Beamten dadurch tödliche Verletzungen erleiden könnten. Verletzt wurde dadurch letztlich aber niemand. Der Angeklagte befindet sich in U-Haft.
Insgesamt wurden 18 Polizisten durch Würfe mit verschiedenen Gegenständen verletzt. „Deren Verletzungen werden aufgrund des dem Angeschuldigten zur Last gelegten gemeinschaftlichen Handelns auch diesem zugerechnet. Es kommt insoweit nicht darauf an, ob der Angeschuldigte mit seinen eigenen ihm zur Last gelegten Würfen von Steinen und Pyrotechnik Polizeibeamte verletzt hat oder nicht.“, so die Staatsanwaltschaft.
Das Landgericht Leipzig muss noch über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.