Studie: Betreuungsquote in sächsischen Kitas mangelhaft
In Sachsens Kitas mangelt es an Personal. Eine Erzieherin oder ein Erzieher muss viel mehr Kinder betreuen als von Experten empfohlen und im bundesdeutschen Durchschnitt praktiziert. Nach einer heute von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten Analyse kommen in sächsischen Kinderkrippen auf eine Erzieherin 5,8 Kinder. In bundesdeutschen Einrichtungen sind es im Schnitt 4,2. Die Empfehlung liegt bei einem Verhältnis von 1 zu 3. In Kindergärten beträgt in Sachsen die Quote 1 zu 12,2 (bundesweit: 8,8). Hier empfehlen die Fachleute eine Betreuungsverhältnis von 1 zu 7,5.
Nach der Analyse stand 2019 in Sachsen für 96 Prozent der Kinder in amtlich erfassten Kita-Gruppen nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung. Allerdings wird dem pädagogischen Personal in Sachsen im bundesweiten Vergleich ein hohes Qualifikationsniveau bescheinigt.
„Für den weiteren qualitativen Ausbau braucht Sachsen eine Gesamtstrategie. Vor dem Hintergrund der erheblichen Personalkapazitäten, die zusätzlich erforderlich sind, empfiehlt sich ein Stufenplan, der auf verbindliche Ausbauziele ausgerichtet ist“, empfehlen die Autorinnen. Damit in allen Kitas eine kindgerechte und landesweit einheitliche Personalausstattung sichergestellt werden könne, bedürfe es verbindlicher Regelungen zur Personalbemessung - vorzugsweise durch Landesrecht.
Mit Blick auf die Gesamtsituation in Deutschland kommt die Analyse zu folgendem Fazit: Im Westen gibt es zu wenig Plätze und im Osten betreut eine Fachkraft zu viele Kinder.
Eine schnelle Besserung scheint nicht in Sicht. Für eine kindgerechte Personalausstattung fehlen der Studie zufolge bis 2030 bundesweit mehr als 230 000 Erzieherinnen und Erzieher. Die Lücke zwischen voraussichtlichem Angebot an Fachkräften und dem prognostizierten Bedarf lasse sich dieses Jahrzehnt nicht vollständig schließen, hieß es.(dpa)