- Die Debatte um Opernhaus und Schauspiel in Chemnitz geht weiter.
Stadtrat: Petition zum Schauspielhaus spielt keine Rolle
Die Petition für ein eigenständiges Schauspielhaus und Figurentheater in Chemnitz wird in der kommenden Stadtratssitzung offenbar keine Rolle spielen. Dabei haben inzwischen knapp 6200 Menschen die Petition der Chemnitzer Volksbühne e.V. unterzeichnet. Sie sprechen sich damit für einen separaten Standort für Schauspiel und Figurentheater aus.
Die Fraktion Die Linke hatte beim Oberbürgermeister angeregt, die Petition schon am kommenden Mittwoch im Stadtrat mit zu behandeln. Hintergrund ist die Debatte um das Sondervermögen. Dort sollen bereits wichtige Beschlüsse zu den künftigen Investitionen gefasst werden. Die Verwaltung lehnte den Vorschlag jedoch ab - wenigstens vorerst.
Linke kritisiert den Ablauf
Susanne Schaper, Fraktionsvorsitzende der Linken, kritisiert diese Entscheidung. Es mache Sinn, die Petition in jener Sitzung zu beraten, in der auch über die entsprechenden Mittel entschieden werde. Je nach Verteilung des Geldes aus dem Sondervermögen könne sich die Petition sonst praktisch erledigt haben. Dann sei der Wille von knapp 6200 Menschen nicht berücksichtigt worden.
Auch André Dobrig, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion, drängt auf eine schnelle Befassung. Die Linke unterstütze das Anliegen der Petition voll. Der Stadtrat müsse sich zeitnah mit der Zukunft des Schauspielhauses beschäftigen. Die Frage dürfe nicht immer weiter vertagt werden. Verwaltung und Stadtrat müssten sich klar zum Fünf-Sparten-Theater bekennen.
Schulze will erst die Studie
Oberbürgermeister Sven Schulze hatte unserem Reporter erklärt, wie aus seiner Sicht der richtige Ablauf aussieht. Beim Thema Schauspielhaus stehen derzeit auch 40 Millionen Euro für die Oper im Raum. Zunächst müsse untersucht werden, was im Opernhaus nötig sei. Dabei gehe es vor allem um Sicherheits- und Bühnentechnik.
Außerdem brauche die Stadt Klarheit, ob die Oper zeitweise umziehen müsse. Erst danach könne man prüfen, welche Möglichkeiten es für ein Sprechtheater gebe. Auch die Standortfrage stelle sich dann neu.
Schulze machte zugleich deutlich, dass mit 20 oder 25 Millionen Euro nicht das möglich sei, was ursprünglich für 56 Millionen Euro am Standort Spinnbau geplant war. So viel hätte ein Um- oder Neubau dort gekostet. Trotzdem brauche Chemnitz eine Perspektive für Oper, Schauspiel und Figurentheater. Entscheidend sei nun zunächst die Studie.
Die Petition soll nun in der Stadtrat-Sitzung am 1. Juli ein Thema werden.
