Stadtrat lehnt Umbenennung der Neruda-Schule ab
Die Pablo-Neruda-Grundschule behält ihren Namen. Der Stadtrat lehnte heute mit deutlicher Mehrheit die von Eltern und Lehrern beantragte Umbenennung in „Grundschule Kaßberg“ ab. Nur neun Stadträte befürworteten den Antrag, 37 stimmten dagegen, sechs enthielten sich. Gegen die Namensänderung hatten Chemnitzer Künstler zuvor die Unterschriften von mehr als 450 Menschen aus elf Ländern gesammelt. Auch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hatte die Umbenennung abgelehnt. Schon 2002, als die Schule erstmals eine Umbenennung beantragt hatte, war sie dagegen. Die Schulkonferenz der Schule hatte vor fünf Monaten einstimmig für die Namensänderung plädiert. Zur Begründung hieß es, dass die Grundschüler „keinen altersmäßigen Bezug zu Pablo Neruda“ hätten. Die Schule hatte den Namen zu DDR-Zeiten erhalten, als sie 1973 frisch gebaut worden war. Pablo Neruda (1904-1973), der aus seiner kommunistischen Gesinnung nie einen Hehl gemacht hatte, war im gleichen Jahr einem Krebsleiden erlegen. Zwölf Tage zuvor war in seinem Heimatland Chile das Pinochet-Regime an die Macht gekommen. Während der bis 1990 andauernden Militärdiktatur standen die Bücher des chilenischen Nationaldichters auf dem Index.