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Stadtrat beschließt Millionen­ein­schnitte

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Die Chemnitzer müssen sich auf noch nie da gewesene Einschnitte im gesamten öffent­li­chen Leben einstellen. Der Stadtrat hat am Abend den ersten Teil des umstrit­tenen Sparpa­ketes beschlossen. Damit soll das erwar­tete Loch von jährlich etwa 60 Millionen im Haushalt zumin­dest teilweise ausge­gli­chen werden. Abgesegnet wurden unter anderem die Erhöhung der Grund- und Hunde­steuer sowie die Anhebung der Eintritts­preise in den städti­schen Bädern. Der verstärkte Einsatz von Blitzern und höhere Gebühren an der Volks­hoch­schule sollen ebenfalls Millionen in die Kasse spülen. Auch beim Personal in der Stadt­ver­wal­tung wird der Rotstift angesetzt: 600 Stellen sollen abgebaut werden. Die Zuschüsse fürs Theater werden bis 2014 auf der jetztigen Höhe einge­froren. Begleitet wurde die Abstim­mung von Protesten. Etwa 500 Chemnitzer hatten vor und während der Stadt­rats­sit­zung mit Triller­pfeifen und Sprech­chören gegen die Pläne demons­triert. Oberbür­ger­meis­terin Barbara Ludwig hatte die Kürzungs­pläne vor der Abstim­mung vertei­digt. Sie seien notwendig, um im Jahr 2015 wie von der Landes­di­rek­tion verlangt wieder einen ausge­gli­chenen Haushalt vorlegen zu können. Unter Verweis etwa auf die sinkenden Zuwei­sungen des Freistaats betonte sie: "Die haupt­säch­li­chen Ursachen für das Chemnitzer Finanz­de­fizit sind nicht in Chemnitz gemacht." Allein für 2011 ist eine Neuver­schul­dung von rund 10 Millionen Euro vorge­sehen. Dies sei zur weiteren Entwick­lung der Stadt "notwendig und verant­wortbar" zugleich, betonte Ludwig.