Stadt sucht potente Pächter für das Sorgenkind Ratskeller
Seit Jahren steht der Chemnitzer Ratskeller leer. Mehrfach hat die Stadt versucht, einen Betreiber zu finden – ohne Erfolg. Offenbar war das wirtschaftliche Risiko zu hoch. Das historische Gewölbe mitten im Alten Rathaus blieb dunkel. Jetzt soll ein neuer Anlauf gelingen: Jetzt sucht die Stadt öffentlich nach tragfähigen Konzepten für eine Wiederbelebung. Hintergrund ist ein Beschluss des Stadtrats, der den Oberbürgermeister damit beauftragt hatte, die Suche zur Chefsache zu machen.
Hochwertige Gastronomie im Fokus
Ziel ist es, die traditionsreiche Gastronomiefläche wieder zu einem lebendigen Ort im Herzen der Stadt zu machen. Mit ihrer zentralen Lage, der geschichtsträchtigen Architektur und dem bekannten Namen bietet der Ratskeller großes Potenzial. Gesucht wird kein Standard. Gesucht wird ein kreatives, hochwertiges Gastronomiekonzept, das dem Ort gerecht wird – und der Zeit. Die Anforderungen: täglich geöffnet, 350 bis 400 Plätze innen und ein Biergarten für 100 Leute. Keine Vergnügungslocation (Disco, Glücksspiel).
Bewerbungsfrist läuft bis Ende August
Interessierte können ihre Ideen bis zum 31. August 2025 unter www.chemnitz.de/ratskeller einreichen. Dort stehen auch alle relevanten Informationen zum Verfahren und zur Fläche. Nach Ende der Frist wählt die Stadt geeignete Bewerber für weiterführende Gespräche aus. Ziel ist ein belastbares Mietverhältnis mit langfristiger Perspektive.
Impuls für die Innenstadt
Initiiert wurde das Verfahren vom Geschäftsbereich Wirtschaft. Dessen Leiterin Silvana Bergk betont: „Mit dem Ratskeller haben wir die Chance, einen Ort mit großer Tradition und Strahlkraft wieder zu erwecken – und damit zur Belebung der Innenstadt beizutragen.“ Gesucht wird ein Konzept, das die Geschichte des Hauses achtet und gleichzeitig moderne Ansprüche an Atmosphäre, Qualität und Wirtschaftlichkeit erfüllt.
Geschichte des Ratskellers – kurz zusammengefasst
Eröffnung vor über 110 Jahren im Alten Rathaus am Neumarkt
Traditionsreiche Gaststätte damals mit bis zu 270 Plätzen
Gutbürgerliche Küche, beliebter Treffpunkt
Schließung im Juni 2019 – Betreiber zog in neue „Ratsstube“
Seitdem leer, ab 2020 erste Sanierungsarbeiten
Rund 1,8 Mio. € investiert (Rohbau, Brandschutz etc.)
Innenausbau seit 2022 gestoppt
Kein Konzept, keine Finanzierung, kein Betreiber
Diskussion um temporäre Nutzung zur Kulturhauptstadt 2025
Neuer Anlauf einen Pächter zu finden ab 1. August 2025