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Stadt muss mehr Geld für Jugendhilfe berappen

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Weil immer mehr Eltern ihre Kinder vernach­läs­sigen, muss die Stadt bei der Jugend­hilfe noch einmal zwei Millionen Euro drauf­legen. Die überplan­mä­ßige Finanz­spritze soll der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung absegnen. Im zurück­lie­genden Jahr hat sich die Situa­tion in vielen Chemnitzer Familien drama­tisch verschlim­mert. Immer mehr Eltern sind arbeitslos, nehmen Drogen oder haben psychi­sche Störungen - die Kinder erleben Armut und Ausgren­zung, die Verhal­tens­auf­fäl­lig­keiten im frühen Schul­alter nehmen zu. Bei den Inobhut­nahmen ist die Tendenz ebenfalls steigend. Auch hier ist beson­ders die Alters­gruppe der Sechs- bis Zehnjäh­rigen betroffen. Die Zunahme der Komple­xität und Dauer einer Hilfe ist oftmals durch erheb­liche persön­liche Defizite der Eltern begründet, heißt in der Vorlage an den Stadtrat. Viele Eltern würden sich häufig zu spät unter­stüt­zende Hilfen holen. Oft werde erst mit Eintritt einer Krisen­si­tua­tion in der Familie der Hilfe­be­darf erkannt. Daraus ergebe sich oftmals eine längere Hilfe­dauer oder es werden in bestimmten zeitli­chen Inter­vallen Unter­stüt­zungen erneut erfor­der­lich. 2010 wurden in unserer Stadt für Hilfen zur Erzie­hung 18,17 Millionen Euro ausge­geben. Inner­halb von vier Jahren stiegen die Aufwen­dungen im Budget Jugend­hilfe auf 22,74 Millionen Euro und damit um 25 Prozent an.