Staatsanwalt erhebt Anklage gegen prügelnden Polizisten
Nach der Prügel-Attacke bei einer Anti-Pegida-Demo im Februar hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Bereitschaftspolizisten erhoben. Dem 28-Jährigen wird Körperverletzung im Amt vorgeworfen. Er soll ohne Grund auf einen Demonstrant eingeschlagen haben. Der 16 Jahre alte Schüler war bei den Protesten von dem Beamten aus der Menge gezogen worden. Als er abgeführt wurde, holte der Polizist plötzlich aus und schlug dem Wehrlosen ohne ersichtlichen Grund mit der Faust in den Bauch. Der junge Mann ging zu Boden und wurde zu einem Polizeifahrzeug weitergeschleift. Mehrere Pressevertreter verfolgten das Geschehen, ein Fotograf filmte den Vorfall. "Der Geschädigte drohte dem Polizisten aus dem Haltegriff zu entgleiten, deshalb schlug er zu", sagte Staatsanwältin Ingrid Burghardt. Ein Vergehen, denn der junge Mann leistete keinen Widerstand. Nach dem Zwischenfall hatte Polizeipräsident Uwe Reißmann eine rückhaltlose Aufklärung des Falles versprochen. Er forderte alle Polizisten auf, auch künftig Situationen besonnen anzugehen und nicht eskalieren zu lassen. „Sollte sich der Verdacht der Körperverletzung im Amt bestätigen, so ist das nicht hinnehmbar“, sagte Reißmann. Der jetzt angeklagte Polizist soll nicht zum ersten Mal geprügelt haben. Schon im September 2014 soll er am Roten Turm einen Mann mehrfach geschlagen haben. Der Fall wird am 1. Juli am Amtsgericht verhandelt.