++ EIL ++

Singakademie Chemnitz braucht mehr Raum

Zuletzt aktualisiert:

Die Singakademie Chemnitz hat ein Problem. Die 90 Sängerinnen und Sänger müssen ihre gewohnten Proberäume in der Marianne-Brandt-Oberschule räumen. Die Abendschule ist dort eingezogen – und braucht nun genau jene Räume, in denen bisher geprobt, gesungen, gelagert und gestimmt wurde. Ein neuer Nutzungsvertrag erlaubt nur noch die Nutzung der Aula. Und die ist für Chorarbeit zwar schön, aber denkbar unpraktisch, wenn man mit einzelnen Stimmgruppen, Stimmbildung oder Klavierbegleitung arbeitet.

Stadt verweist auf Schulordnung

Die Stadt Chemnitz sieht ihre Hände gebunden. Schulgebäude stehen laut Benutzungsordnung vorrangig dem Schulträger zur Verfügung. Nur wenn keine schulischen Belange betroffen sind, können Räume auch an Dritte vergeben werden – aber ein Anspruch darauf besteht nicht. Der Chor hat zwar bereits einen neuen Antrag gestellt, doch der kam zurück mit dem Hinweis: Aula ja, Rest nein. Auch der Kulturbetrieb der Stadt kann keine Räume vermitteln. Der Hinweis: Der Verein müsse selbst aktiv werden.

Bürgermeisterin: „Die Initiative muss vom Verein kommen“

Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky äußert Verständnis – verweist aber auf die Eigenverantwortung der Singakademie. In der Antwort auf eine Ratsanfrage der LINKEN ließt man: „Da die Singakademie seit über 200 Jahren ein wichtiger Kulturakteur der Stadt Chemnitz ist, hoffe ich sehr, dass zeitnah eine Lösung für die Probentätigkeit gefunden werden kann. Jedoch ist es notwendig, dass dazu die Initiative vom Verein ausgeht.“

Viel Stimme, wenig Raum

Die Singakademie ist einer der ältesten Chöre der Stadt, gegründet im Jahr 1817. Heute leitet Andreas Pabst den Klangkörper, unterstützt von Repetitor Markus Teichler und Stimmbildnerin Laura Keil. Gesucht werden übrigens dringend Verstärkungen im Bass und Tenor. Geprobt wird montags – noch. Die Frage ist nur: wo?