Schweigeminute im Stadtrat - Bürgermeisterwahl verschoben
Der Stadtrat hat auf seiner Sitzung am Mittwoch mit einer Schweigeminute dem getöteten Chemnitzer gedacht. Gleichzeitig verurteilten die Fraktionen die gewalttätigen Demonstrationen und den Missbrauch des Verbrechens. Die Tat dürfe nicht zu Selbstjustiz führen, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Sie warnte auch vor rechter Hetze: "Wenn jemand die letzte Ehre erweisen will und den Hitlergruß zeigt, hat das nichts mit Trauer zu tun." SPD-Stadtrat Müller kritisierte, dass der Staat das Gewaltmonopol der Straße überlassen habe. "Trauer sieht anders aus" sagte Tino Fritsche von der CDU. Er forderte eine rasche Aufklärung der Ereignisse. Stadtrat Martin Kohlmann von der rechten Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" forderte den Rücktritt der Oberbürgermeisterin. Sie habe am Sonntag kein Zeichen der Anteilnahme erkennen lassen und zu spät reagiert. Petra Zais von den Grünen reagierte darauf mit der Aussage "Herr Kohlmann, sie sind der Wolf im Schafspelz! Sie haben die Gewalttäter mit ihren Reden angestiftet!" Die geplante Wahl des Sozialbürgermeisters wurde überraschend von der Tagesordnung genommen. Zur Begründung wurden beamtenrechtliche Gründe genannt. Eigentlich sollte der Stadtrat am Mittwoch einen Nachfolger für Philip Rochold wählen.