Schärfere Corona-Regeln für drei sächsische Landkreise diskutiert
In den besonders von Corona-Neuinfektionen betroffenen Landkreisen in Sachsen sollen weitergehende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Im Gespräch ist eine Erweiterung der Maskenpflicht auf Großparkplätzen, z.B. vor Einkaufsmärkten. Eltern soll verboten werden, Schulen und Kindergärten zu betreten. Entsprechende Vorschläge haben Sachsens Ministerpräsident Kretschmer und Sozialministerin Köpping heute in einer Videokonferenz mit dem Bautzener Landrat Michael Harig besprochen.
Darüber hinaus sollen Senioren ab 75 Jahren und anderen gefährdeten Gruppen FFP-2-Masken kostenfrei bereitgestellt werden. Außerdem wurden spezielle Einkaufszeiten für Rentner empfohlen. Zu den Landkreisen mit den meisten Corona-Fällen gehören neben Bautzen auch Görlitz und der Erzgebirgskreis.
Die Landräte wollen sich nun über ein gemeinsames Vorgehen abstimmen. Ausgangsbeschränkungen und eine Maskenpflicht im Unterricht wird aber nicht erwogen. Der Holzhammer bleibe zunächst aus, so der Bautzener Landrat. Die kommende Woche werde entscheidend. Weil die Situation in den Kliniken im Landkreis Bautzen immer prekärer ist und zudem viele Pflegeheime betroffen sind, hatte der Landrat Hilfe bei der Bundeswehr beantragt.
Der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel , ist insbesondere wegen der Entwicklung in den Krankenhäusern besorgt. „Hier verzeichneten wir in den letzten zehn Tagen sowohl bei den aufzunehmenden Corona-Patienten wie auch den davon schweren Fällen eine Zunahme um jeweils etwa 50 Prozent.“ Er appellierte an die Bevölkerung, persönliche Kontakte konsequent auf ein Minimum zurückzufahren.
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer betonte, dass am kommenden Wochenende über weitere Einschränkungen entschieden werde. „Wenn die Fallzahlen weiter steigen, müssen wir dem Beispiel des Berchtesgadener Landes folgen.“ Dort gilt eine Ausgangsbeschränkung.