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Sachsen zahlt für MZ-Insolvenz

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Die Insol­venz des ehema­ligen Motor­rad­her­stel­lers MZ in Hohndorf bei Zschopau 2012 kommt den Freistaat teuer zu stehen. Wie das Finanz­mi­nis­te­rium am Dienstag bestä­tigte, hat das Land der ehema­ligen Hausbank des Unter­neh­mens wegen 2011 übernom­mener Bürgschaften in einer "ersten Abschlags­zah­lung" 1,8 Millionen Euro überwiesen. Zu mögli­chen weiteren Zahlungen wurden unter Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben gemacht. Der ehema­lige Geschäfts­führer der Motoren­werke Zschopau GmbH (MZ), der einst erfolg­reiche Rennfahrer Martin Wimmer, hat nach eigenen Angaben Anzeige bei der Staats­an­walt­schaft Dresden erstattet. Diese soll prüfen, ob das Land der Münchner Merkur Bank die gesamten verbürgten 2,8 Millionen Euro zahlen müsse. Er habe Beweise, dass die Bank bei der Insol­venz von MZ nicht korrekt gehan­delt habe. Der Staats­an­walt­schaft lag die Anzeige jedoch am Dienstag noch nicht vor. Wegen der Insol­venz von MZ wird noch immer gleich mehrfach vor Gericht gestritten. Wimmer macht die Bank für die Pleite verant­wort­lich und ist beim Oberlan­des­ge­richt München in Berufung gegangen, nachdem er mit einer Klage auf Schaden­er­satz vor dem Münchner Landge­richt zunächst geschei­tert war. Zudem gibt es gegen Wimmer vor dem Landge­richt in Chemnitz ein Verfahren wegen Insol­venz­ver­schlep­pung. MZ gehörte einst zu den größten Motor­rad­her­stel­lern der Welt. Zu DDR-Zeiten lieferten die Motoren­werke jährlich bis zu 85 000 Maschinen in 100 Länder. Nach der Wende ging der Betrieb pleite. Es gab zwar zahlreiche Wieder­be­le­bungs­ver­suche, doch im Herbst 2008 stellte der damalige Eigen­tümer aus Malaysia die Motor­rad­pro­duk­tion wegen wirtschaft­li­cher Schwie­rig­keiten ein. Im Frühjahr 2009 übernahm Wimmer den Betrieb.