Sachsen setzt auf natürlichen Hochwasserschutz

Zuletzt aktualisiert:

Sachsen will künftig mehr auf natürlichen Hochwasserschutz bauen. «Wir brauchen einen Gleichklang zwischen technischen Maßnahmen wie Deichen oder Rückhaltebecken und solchen, mit denen Flüsse mehr Raum bekommen. Beides ist wichtig, beides setzt der Freistaat um», sagte Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Der technische Hochwasserschutz sei einerseits ein großer Teil der Lösung, er könne aber mit Eindeichungen und Flussbegradigungen Probleme auch vergrößern.

Ein richtiges Wassermanagement müsse Hochwasser und Trockenheit gleichermaßen im Auge behalten, betonte der Minister. «Wir hatten drei Jahre in Folge große Trockenheit. Wir steuern in ein neues Klimasystem mit Extremwetterlagen, die auch lange anhalten können. In den Trockenjahren brauchen wir jeden Wassertropfen.» Deshalb sei es unter dem Stichwort «Schwammverhalten» notwendig, künftig auch die Speicherfähigkeit für Wasser zu erhöhen - beispielsweise durch Moore oder einen Waldumbau, der das Wasser besser im Boden halten kann.

Sachsen hatte im August 2002 ein Jahrhunderthochwasser mit Sturzfluten in den Gebirgsbächen und einem Pegelstand der Elbe auf Rekordniveau in Dresden erlebt. Die Schäden gingen damals in die Milliarden, 21 Menschen starben. Ein zweites Jahrhunderthochwasser ereilte Sachsen nur elf Jahre später. Schon nach der ersten großen Elbe-Flut begann ein umfangreiches Programm zum Hochwasserschutz. Nach Angaben der Umweltministeriums hat das Land für Schutzmaßnahmen und die Beseitigung von Schäden an den Gewässern bisher rund 3,1 Milliarden Euro investiert, weitere 500 Millionen kamen vom Bund.