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Sachsen geht mit lockeren Corona-Regeln in den Sommer

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Sachsen geht mit lockeren Corona-Regeln in den Sommer. Voraussetzung sei eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter 10, betonte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. Der Schwellenwert wurde erstmals in die neue Corona-Schutzverordnung aufgenommen, die vom 1. Juli bis zum 28. Juli gilt. Damit entfällt auch die Maskenpflicht im Freien.

Bisher musste eine Maske auch unter freiem Himmel getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden konnten. Im Einzelhandel, in Bussen und Bahnen, beim Friseur sowie in Gesundheitseinrichtungen muss hingegen auch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Unter einer stabilen Inzidenz von 10 soll es auch keine Kontaktbeschränkungen mehr geben. Die bisherige Landesverordnung läuft am 30. Juni aus.

Großveranstaltungen wie Konzerte mit mehr als 1.000 Teilnehmern sind erlaubt - aber nur mit Hygienekonzept, Kontakterfassung und aktuellem Negativ-Test. Auch in Musikclubs und Diskotheken darf mit Test, aber ohne Maske getanzt und gefeiert werden. Bei Events unter 1.000 Personen entfällt für Geimpfte und Genesene die Testpflicht. Zudem wird die Testpflicht an Schulen gelockert: Schüler und Lehrer in Sachsen müssen sich ab 1. Juli bei niedrigen Infektionszahlen nur noch einmal pro Woche testen. Voraussetzung ist eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn. Oberhalb dieser Marke sind wie bisher zwei Tests pro Woche an Schulen sowie für das Kita-Personal vorgesehen.

Die neue Verordnung - das mittlerweile 34. Regelwerk - legt zudem Verschärfungen bei steigenden Infektionszahlen fest. Das wird nötig, weil die bundesweit einheitliche Notbremse Ende des Monats ausläuft. Wenn die Schwellenwerte von 10, 35, 50, 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden, gelten ab dem übernächsten Tag die bisher bekannten Verschärfungen.

Um die Maskenpflicht in Geschäften hat es auf der Kabinettssitzung die meisten Diskussionen gegeben, dennoch hält Sachsens weiter daran fest. Die AfD kritisiert die Regel als Gängelung und fordert ein Ende der unübersichtlichen Vorschriften. Die Regierung müsse den Sachsen endlich mehr Eigenverantwortung zutrauen, fordert der sächsische Fraktionsvorsitzende Jörg Urban.

„Es ergibt keinen Sinn, im Hochsommer an der Maskenpflicht in Geschäften und andernorts festzuhalten. Ebenso kann ich nicht nachvollziehen, warum sich die Regierung ständig neue Inzidenz-Grenzen ausdenkt“ erklärt Urban. Die AfD-Fraktion spricht sich dafür aus, die Corona-Notverordnung endlich auslaufen zu lassen. (mit dpa)