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Razzia: Drei Millionen Euro Schaden durch Schwarzarbeit

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Seit dem frühen Dienstagmorgen laufen umfangreiche Durchsuchungen in Chemnitz, im Erzgebirgskreis und in der Tschechischen Republik. Rund 100 Beamtinnen und Beamte des Hauptzollamts Erfurt durchsuchen im Auftrag der Staatsanwaltschaft neun Wohn- und Geschäftsräume, davon sieben in Chemnitz und zwei im Erzgebirge. Auch tschechische Behörden beteiligen sich im Rahmen der Rechtshilfe an der Aktion.

Im Visier: Sozialbetrug im Baugewerbe

Im Fokus der Ermittlungen stehen drei Männer im Alter von 30, 35 und 50 Jahren. Gegen sie besteht der Verdacht, Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten und Steuern hinterzogen zu haben. Zwei weitere Personen, 32 und 60 Jahre alt, sollen Beihilfe geleistet haben. Die Verdächtigen kommen aus Tschechien, Armenien und der Ukraine.
Die Hauptbeschuldigten sollen seit 2020 systematisch Schwarzarbeit im Baugewerbe organisiert haben. Laut den Ermittlungen beschäftigten sie Arbeiter, die nicht zur Sozialversicherung angemeldet waren. Für diese wurde keine Lohnsteuer gezahlt.

Scheinfirmen aus Tschechien

Zur Tarnung der Schwarzarbeit sollen die Beschuldigten vorgegeben haben, Arbeiter tschechischer Subunternehmen nach Deutschland zu vermitteln. Tatsächlich jedoch hätten sie als Arbeitgeber agiert – ohne die gesetzlichen Pflichten zu erfüllen. Nach bisherigen Erkenntnissen lagen die Voraussetzungen für eine offizielle Entsendung dieser Arbeitskräfte nicht vor.

Drei Millionen Euro Schaden

Der geschätzte Schaden durch die mutmaßliche Schwarzarbeit liegt bei rund drei Millionen Euro. Im Zuge der Razzia stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Beweismittel sicher. Darunter befinden sich Computer, Smartphones und weitere Unterlagen, die nun ausgewertet werden.