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  • Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat eine Razzia gegen Clan-Kriminalität veranlasst. 300 Beamte durchsuchten 52 Objekte. Im Fokus: Supermarkt-Boxen, Hehlerei und Steuerbetrug.

Razzia! 500.000 Euro Schaden mit Klappboxen

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Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz stürmten Polizisten heute mehrere Wohnungen. Im Visier: Ein Syrer, der mit dem illegalen Handel von Mehrweg-Klappboxen 500.000 Euro Schaden angerichtet haben soll.

Der Zugriff lief am Morgen in mehreren Bundesländern gleichzeitig. Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen durchsuchten gemeinsam mit der Steuerfahndung und weiteren Einsatzkräften insgesamt 52 Objekte in acht Bundesländern. Im Fokus standen Wohnungen, Firmenstandorte und auch Steuerbüros. Nach Angaben der Ermittler sollen sie Teil organisierter Strukturen im Handel mit gestohlenen Mehrweg-Klappkisten gewesen sein.

Supermarkt-Boxen im Mittelpunkt

Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Chemnitz geht es um einen 29 Jahre alten Syrer aus Leipzig. Er soll an vier Standorten in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit gestohlenen Mehrweg-Klappkisten gehandelt haben. Laut LKA handelt es sich um Boxen, wie man sie aus Supermärkten kennt. Dort werden sie meist für den Transport von Obst oder Gemüse genutzt. Für diese Kisten gibt es ein internes Pfandsystem.

Dem Mann wird vorgeworfen, die Boxen billig angekauft zu haben, obwohl er gewusst haben soll, dass sie gestohlen waren. Danach soll er sie mit Gewinn weiterverkauft haben. Der Schaden liegt nach Angaben der Ermittler bei mehr als 500.000 Euro. In dieser Höhe wurden bei dem 29-Jährigen Wertgegenstände beschlagnahmt. Er wurde mit Haftbefehl ins Gefängnis gebracht.

Fünf weitere Verdächtige aus Leipzig

Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen fünf weitere Beschuldigte aus Leipzig. Die Männer sind 31, 32, 32, 36 und 56 Jahre alt. Sie sollen über mehrere Firmen in Sachsen und anderen Bundesländern unrichtige oder unvollständige Angaben gegenüber dem Finanzamt gemacht haben. Der mutmaßliche Steuerschaden liegt laut Ermittlern bei rund 1,7 Millionen Euro. Sie sind mit dem Klappboxen-Hehler geschäftlich verbunden. Das LKA spricht von Clan-Kriminalität. 

Razzia auch im Erzgebirge

Die Razzia lief im Raum Dresden, Leipzig, in Ostsachsen und im Erzgebirge. Allein dort wurden 30 Objekte durchsucht. Dazu kamen neun Einsätze in Sachsen-Anhalt, vier in Thüringen, drei in Brandenburg, drei in Nordrhein-Westfalen sowie je ein Objekt in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Insgesamt waren mehr als 300 Beamte und Steuerfahnder im Einsatz.