Raubserie von Neonazi-Gruppe begann mit Überfall auf Kappel-Kaufhalle
Die Überfallserie der mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos begann im Dezember 1998 in Chemnitz. Das hat das sächsische Innenministerium jetzt offiziell bestätigt. Das Duo hatte damals die Kappel-Kaufhalle an der Stollberger Straße überfallen und 30.000 D-Mark erbeutet. Auf der Flucht wurden sie von einem 16-Jährigen verfolgt. Die Räuber schossen auf den Jugendlichen - die Kugeln verfehlten aber ihr Ziel. Sie konnten durch später gefundene Patronenhülsen den Neonazi-Terroristen Mundlos und Bönhardt zugeordnet werden. Als vor zwei Monaten das Magazin „Der Spiegel“ erstmals vom Überfall berichtete, hatte das LKA den Fall noch nicht bestätigen wollen. Böhnhardt und Mundlos sind inzwischen tot. Gemeinsam mit ihrer Komplizin Beate Zschäpe - alle stammen aus Jena - sollen sie die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gebildet haben, die auch für zehn Morde verantwortlich gemacht wird. Opfer waren neun Menschen mit ausländischen Wurzeln und eine Polizistin.