Prozessauftakt um Mord an Chemnitzer Bordellkönig
Im Prozess um den Mord an einem ehemaligen Chemnitzer Bordellkönigs sieht sich der 20 Jahre alte Angeklagte als Opfer einer Erpressung. Der 50-Jährige habe ihn sexuell gefügig machen wollen, deshalb habe er ihn getötet, sagte der Chemnitzer zum Verhandlungsauftakt vorm Landgericht. Die Rotlichtgröße wurde mit einem Baseballschläger erschlagen. Der Mann starb an seinen schweren Kopfverletzungen. Weil sich der Tatverdächtige seinem Opfer von hinten genähert hatte, geht die Staatsanwaltschaft von Heimtücke und deshalb von Mord aus. Unter Tränen bat der Angeklagte die Angehörigen um Entschuldigung. Der Bruder des Opfers tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf. Zur Tatzeit war der im erzgebirgischen Schlema geborene Chemnitzer 19 Jahre alt. Das Gericht muss nun entscheiden, ob Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht angewendet wird. Bei einer Verurteilung wegen Mordes drohen dem jungen Mann damit entweder eine lebenslange Freiheitsstrafe oder höchstens zehn Jahre Haft. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt.