Prozess gegen Todesfahrer von der Dresdner Straße wird neu aufgerollt
Der Prozess gegen den Todesfahrer von der Dresdner Straße wird ab Anfang März noch einmal neu aufgerollt. Das hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Sie hatte in der ersten Verhandlung mehrere Jahre Haft für den 21-Jährigen gefordert - er kam allerdings mit Bewährung davon. Daraufhin wurde das Urteil angefochten. Auch die Eltern des Opfers akzeptierten die milde Strafe nicht und gingen in Berufung. Der 21-Jährige, der auf der Dresdner Straße im Vollrausch eine junge Frau tot gefahren hat, war im Juli 2012 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht blieb damals deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine mehrjährige Haftstrafe für den Angeklagten gefordert hatte. Auch der Vertreter der Nebenklage hätte den Raser lieber hinter Gitter gesehen. „Leute wie sie gehören in einen Bus und nicht hinter das Steuer eines Fahrzeugs“ sagte der Anwalt der Familie des Opfers damals in der Verhandlung. Der 21-Jährige hatte die Radfahrerin im April 2011 in Höhe der Fürstenstraße mit seinem Wartburg gerammt und war einfach weitergefahren. Die junge Frau starb kurze Zeit später nach einer Not-OP im Krankenhaus. Nach Aussage eines Gutachters hatte der Mann zum Unfallzeitpunkt zwischen 1,6 und 2,0 Promille Alkohol intus. Er wurde wenige Minuten später von der Polizei zu Hause in Neukirchen festgenommen. Bis dorthin war er noch mit seinem völlig demolierten Wartburg gefahren. Von dem Unfall selbst, bei dem die rechte Seite des Autos massiv beschädigt sowie die Windschutzscheibe eingedrückt wurde, will er nichts mitbekommen haben. Ärzte stellten bei ihm ein Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität sowie eine zentrale Fehlhörigkeit fest. Den Führerschein hatte er erst ein knappes halbes Jahr zuvor bestanden, und das auch erst, nachdem er die Theorie mehrmals wiederholt hatte. In der Verhandlung am Amtsgericht entschuldigte sich der junge Mann für seine Tat. Es sei ein Fehler gewesen, betrunken ins Auto zu steigen. Den emotionsgeladenen Prozess am Amtsgericht verfolgten im Juli vergangenen Jahres viele Angehörige und Freunde des Opfers. Die Ergotherapeutin war an jenem Morgen auf dem Weg zur Arbeit. An der Unfallstelle erinnern bis heute ein Bild sowie Blumen und Kerzen an die Getötete.