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Prozess gegen Klimakleber in Chemnitz startet

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Chemnitz – Ein Sommertag, Sekundenkleber, Masken bekannter Politiker – und am Ende ein Gerichtsverfahren. Am Amtsgericht Chemnitz beginnt heute (2. Juli 2025) der Prozess gegen drei Mitglieder der Gruppe „Letzte Generation“. Die Anklage: Nötigung. Der Vorwurf: Sie hätten mit ihrer Protestaktion am 14. Juli 2023 den Verkehr auf der Zwickauer Straße blockiert – gezielt und mit politischer Botschaft.

Festgeklebt auf der Zwickauer Straße

Es war die erste derartige Aktion in Chemnitz. Fünf Aktivisten setzten sich damals auf die Straße in Höhe Ulmenstraße, vor dem Industriemuseum. Einige von ihnen trugen Masken – Olaf Scholz, Volker Wissing, schwer zu übersehen. Sekundenkleber verband Hände mit Asphalt. Der Verkehr wurde behindert. Rund 45 Minuten dauerte die Blockade. Dann griff die Polizei ein. Die Aktion fiel nicht zufällig auf diesen Tag: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Wladimir Klitschko waren zu einer Diskussionsveranstaltung in der Stadt. Die Polizei war ohnehin im Einsatz, unterstützt durch Kräfte aus ganz Sachsen.

Drei stehen vor Gericht

Von den fünf Beteiligten zogen zwei bereits Konsequenzen: Ein Jugendlicher akzeptierte eine gerichtliche Maßnahme, ein weiterer zahlte einen Strafbefehl. Die drei übrigen Aktivisten entschieden sich für den Rechtsweg. Der Prozess hatte sich verzögert, unter anderem wegen eines Verteidigerwechsels. Jetzt wird er nachgeholt. Wie das Gericht entscheidet, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Der Protest hat ein juristisches Nachspiel – zwei Jahre später.

Im Februar waren vor dem Amtsgericht zwei Chaoten zu Geldstrafen verurteilt worden. Alles zu diesem Prozess lesen Sie hier.