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Polizisten stürmen Wohnhaus in Pieschen

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Ein Großauf­gebot der Dresdner Polizei ist am Mittwoch­morgen auf der Bürger Straße in Pieschen angerückt. Nach Infor­ma­tionen unseres Senders geht es dabei um ein großan­ge­legtes Ermitt­lungs­ver­fahren der General­staats­an­walt­schaft Celle in Nieder­sachsen. Beamte mit Maschi­nen­pis­tolen im Anschlag sind gegen 06.00 Uhr in ein Wohnhaus gestürmt, berich­teten Anwohner. Einzel­heiten könne man noch nicht nennen, da die Maßnahmen noch laufen, teilte eine Sprecherin der Ermitt­lungs­be­hörde in Celle auf Anfrage mit. Nach unseren Infor­ma­tionen soll es bei den Durch­su­chungen um ein Mitglied eines kurdi­schen Vereines gehen. Das Landes­kri­mi­nalamt Sachsen unter­stützt die Ermittler aus Nieder­sachsen bei der Durch­su­chungs­ak­tion. Vorwurf: Mitglied­schaft in terro­ris­ti­scher Verei­ni­gungWie die Zeitung "Neues Deutschland" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, sei eine Person festgenommen worden. Gegen den Mann werde demnach nach Paragraph 129b ermittelt, also Verdacht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland. Hintergrund ist damit vermutlich der Vorwurf der Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, heißt es in dem nd-Artikel.Auch am Mittwoch­vor­mittag waren nach Beobach­tungen unserer Reporter etwa 20 Beamte im Gebäude auf der Bürger­straße, durch­suchten Räume. Auch auf der Oschatzer Straße gab es Durch­su­chungen, eine Tür sei einge­treten worden, berich­teten Augen­zeugen.An den Schau­fens­ter­scheiben eines betrof­fenen Gebäudes auf der Bürger­straße hängen Plakate des "Dresdner Vereines deutsch-kurdi­scher Begeg­nung e.V." in Pieschen. Dieser hat auf der Oschatzer Straße seine Vereins­räume. Anwohner berichten davon, dass der Verein im Stadt­teil sehr aktiv sei, sich für das inter­kul­tu­relle Zusam­men­leben einsetze. So wurden Konzerte organi­siert oder gemein­sames Kochen. Zudem organi­sierte der Verein mehrfach Demons­tra­tionen auf der Prager Straße oder am Landtag, um auf die Situa­tion der Kurden aufmerksam zu machen. Beim Verein wollte man sich zunächst nicht zu der Durch­su­chung äußern, man war von den Vorgängen geschockt.Heidi Geiler vom Verein "Pro Pieschen" zeigte sich von dem martia­li­schen Auftritt der Polizei überrascht. Der kurdi­sche Verein bringe sich im Stadt­teil sehr ein, sagte Geiler, biete beispiels­weise Deutsch­kurse für Flücht­linge an und sei beim Thema Integra­tion sehr engagiert.Am späten Mittwoch­nach­mittag teilte die Sprecherin General­staats­an­walt­schaft Celle auf Anfrage mit, dass man erst am Donners­tag­morgen Einzel­heiten in einer Presse­mit­tei­lung veröf­fent­li­chen werde, da die "Maßnahmen noch andauern".(14:27 Uhr redak­tio­neller Hinweis: Der Artikel wurde am Nachmittag um die nd-Infor­ma­tionen zum konkreten Tatvor­wurf ergänzt. 16.42 Uhr wurden weitere Angaben der General­staats­an­walt­schaft ergänzt.)