Polizeigewerkschaft: Rechtsextreme Gewalt in Glauchau "verstörend"

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den Angriff Rechtsextremer auf einen Regionalzug in Glauchau als verstörend bezeichnet. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, „wie dieser offensichtliche Hass auf fast alle und jeden in die Köpfe dieser Menschen kommt“, sagte der Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Montag in Kiel.

Bei der Hin- und Rückreise zum Aufmarsch der rechtsextremen Splitterpartei Der Dritte Weg in Zwickau hatte es Gewaltausbrüche mit insgesamt sieben Verletzten gegeben. Auf dem Hinweg hatten Anhänger des Dritten Wegs einen Zug in Glauchau angegriffen und Gegendemonstranten mit Steinwürfen teils schwer verletzt. Die Polizei nahm 37 Rechte in Gewahrsam. Am Abend wurden in Crimmitschau nach Angaben der Bundespolizei vier Menschen auf der Rückkehr von der rechtsextremen Demo mit Schlagwerkzeugen angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Die Polizei ordnete die Angreifer dem linken Spektrum zu.

Update 3. Mai: Wie die Zwickauer Polizei mitteilte, werden unter 0375 428 4480 Zeugen gesucht, die Hinweise zu Tathergängen und Tätern geben können. Auch Geschädigte sollen sich melden.

Erneuter Angriff auf den Zug aus #Dresden über #Chemnitz nach #zwickau.
Der Zug befindet sich derzeit in #Glauchau. #z0105pic.twitter.com/ULObWCwLIk

— Benjamin Meyer ☭ (@benjamin_meyer2) May 1, 2022

Malchow schlug weitere Investitionen in Präventionsprogramme „gegen Rechts“ vor. Insbesondere die Arbeit von Aussteigerprogrammen müsse stärker unterfüttert werden.

Der sächsische GdP-Vorsitzende Hagen Husgen sagte am Montagvormittag, es sei noch zu früh für eine Bewertung, ob es Fehler beim Polizeieinsatz in Zwickau und Umgebung gegeben habe. „Wir werten die Einsätze am 1. Mai jetzt genau aus“, sagte er.

Die Bundespolizei wertet jetzt Videomaterial aus. „Es gibt Videos bei Twitter, auf denen Angreifer von Glauchau zu erkennen sind“, sagte ein Sprecher. Im Zug selbst seien außerdem Überwachungskameras installiert, deren Aufnahmen jetzt ebenfalls analysiert würden.

In Crimmitschau seien die Ermittlungen deutlich schwieriger, weil es dort keine Videoaufnahmen gebe, sagte der Bundespolizei-Sprecher. Die Polizei werde dort die Aussagen der Angegriffenen und der Zeugen auswerten.

Kritik, dass die Polizei an den Bahnhöfen zu wenig Präsenz gezeigt habe, wies der Sprecher zurück. „Es ist praktisch nicht möglich, jeden Haltepunkt mit Personal zu besetzen, um Angriffe zu verhindern.“  (dpa)